Drastischer Stellenabbau:

Land setzt die Axt im Nationalpark an

Können die Nationalparke in Mecklenburg-Vorpommern bald ihre Aufgaben nicht mehr wahrnehmen? Die Regierung setzt aufs Ehrenamt, die Opposition bezweifelt, dass das funktionieren kann.

Im Nationalpark geht es nicht ohne Personal.             
Bernd Wüstneck Im Nationalpark geht es nicht ohne Personal.  

Aderlass im Müritz-Nationalpark: Nach dem Willen der Landesregierung soll die Zahl der dortigen Mitarbeiterstellen von einst 135 im Jahr 2002 auf 77 im Jahr 2020 halbiert werden. Der drastische Stellenabbau erfolge „vorrangig in den Bereichen Waldbau, Holznutzung und Gebietskontrolle, aber auch in der allgemeinen Verwaltung“, heißt es in einer Antwort des Umweltministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion. In allen drei Nationalparks – Jasmund, Vorpommersche Boddenlandschaft und Müritz – soll die Gesamtmitarbeiterzahl auf 147 Stellen sinken. Vor gut zehn Jahren waren es 230.

Das Umweltministerium will nun – wie so oft in diesen Fällen – auf das Ehrenamt setzen: Durch Einbeziehung und Schulung von privaten Anbietern und ehrenamtlichen Helfern sowie durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit der Nationalparkämter soll eine ausreichende Besucherbetreuung und damit die touristische Attraktivität der Nationalparke erhalten werden“, heißt es aus dem Ressort von Minister Till Backhaus (SPD). Ob die durch das Landespersonalkonzept vorgegebene Verringerung gravierende Auswirkungen auf die touristische Attraktivität der Nationalparke haben werde, sei bisher nicht abzusehen, wird indes eingeräumt.

Ehrenamt kann nicht alles übernehmen

Die Linksfraktion bezweifelt, dass die Aufgaben der Nationalparke nicht gefährdet seien, wie die Antwort des Umweltministeriums nahe lege. „Ich denke, das geht an die Substanz“, so die umweltpolitische Sprecherin, Mignon Schwenke. Die Besucherbetreuung oder auch die Kontrolle, ob alles mit rechten Dingen zugeht, könne nicht im Ehrenamt abgesichert werden. „Und es wird ja ohnehin immer schwieriger, Freiwillige zu finden, die sich dann auch noch schulen lassen“, sagte sie. Fraglich sei zudem, ob private Anbieter die öffentlichen Aufgaben der Nationalparke wahrnehmen können. Vergütet müssten sie überdies werden, so dass die angestrebten Einsparungen weniger groß ausfielen als vielleicht geplant.

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