Ausbau zur Erstaufnahmestelle:

Land will wieder Flüchtlinge nach Basepohl schicken

Im Nordosten kommen weiter täglich um die 200 Flüchtlinge an. Das Land baut seine Kapazitäten aus und will ab Mitte Dezember wieder Zuwanderer in der Ex-Kaserne Basepohl unterbringen.

Nach dem Willen der Landesregierung soll in Basepohl eine Erstaufnahmestelle für Geflüchtete entstehen.
Bernd Wüstneck Nach dem Willen der Landesregierung soll in Basepohl eine Erstaufnahmestelle für Geflüchtete entstehen.

Mecklenburg-Vorpommern will ab Mitte Dezember wieder Flüchtlinge in der Bundeswehr-Kaserne Basepohl bei Stavenhagen (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) unterbringen. "Das ist nötig, weil wir die bestehenden Erstaufnahmeeinrichtungen vor den Feiertagen leeren müssen, um auch über die Feiertage Flüchtlinge aufnehmen und erfassen zu können", sagte der Leiter der Besonderen Aufbauorganisation (BAO) für Flüchtlingsfragen, Rudolf Springstein am Montag in Stavenhagen. Zu einem Bürgerforum waren rund 120 Leute gekommen.

Kasernen als landeseigene Asylbewerberunterkünfte

Nach und nach soll Basepohl dann zu einer weiteren Erstaufnahmestelle ausgebaut werden. "Wir sind überzeugt, dass wir eine weitere solche Stelle benötigen", erklärte Springstein. Nach Angaben des Schweriner Innneministeriums kommen weiter zwischen 200 und 20 Flüchtlinge täglich im Nordosten an. Das Land hat bisher zwei solcher "Erstaufnahmen" in Horst und Stern-Buchholz in Westmecklenburg. Die Bundeswehr zieht im Rahmen der Reform die Kasernen in Basepohl und Fünfeichen bei Neubrandenburg langsam leer. Nachdem in abgetrennten Teilen der beiden Kasernen bereits Notunterkünfte für Flüchtlinge eingerichtet waren, wurden diese wie alle anderen Notunterkünfte inzwischen wieder geleert. Nun will das Land die Kasernen als landeseigene Asylbewerberunterkünfte betreiben. Der letzte Soldat soll die Kaserne Basepohl am 18. Dezember verlassen, sagte Stavenhagens Bürgermeister Bernd Mahnke (parteilos).

In solchen Erstaufnahmeeinrichtungen werden mit Hilfe des Bundesamtes für Migration Flüchtlinge registriert, untersucht und dann je nach Herkunftsland an Kommunen oder andere Bundesländer weitergeleitet. In Basepohl sollen zunächst 750, später bis zu 1400 Flüchtlinge untergebracht werden. Auch eine Kinderbetreuung sei geplant, hieß es. Man rechne mit mehr als 120 Mitarbeitern für die Betreuung. Wann das Bundesamt für Migration seine "Bearbeitungsstrecke" zur Erfassung der Zuwanderer aufbaue, stehe noch nicht fest.