300 Stellen im Nordosten vom Aus bedroht:

Landkreistag fordert mehr Landeshilfe für Schulsozialarbeit

Schulsozialarbeiter halten Lehrern seit Jahren an vielen Schulen den Rücken frei. 2017 sind viele Stellen bedroht. Auch der Landkreistag sieht die Landesregierung stärker in der Pflicht.

Eltern, Lehrer und Schüler protestieren in Neubrandenburg gegen den drohenden Abbau von Stellen bei der Schulsozialarbeit. Kreise und Verbände fordern, dass das Land die Kosten übernimmt.
Winfried Wagner Eltern, Lehrer und Schüler protestieren in Neubrandenburg gegen den drohenden Abbau von Stellen bei der Schulsozialarbeit. Kreise und Verbände fordern, dass das Land die Kosten übernimmt.

Die Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern haben die künftige Landesregierung in Schwerin aufgefordert, sich stärker für Schulsozialarbeit zu engagieren. "Ich halte das für eine Landesaufgabe", sagte der Geschäftsführer des Landkreistages in Schwerin, Matthias Köpp laut Medienberichten. Landkreise und Kommunen können einen Großteil der landesweit etwa 300 Schulsozialarbeiter nicht mehr finanzieren. So sind im Kreis Mecklenburgische Seenplatte 27 Stellen, die bisher über das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes finanziert wurden, vom Aus bedroht.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hatte die Übernahme dieser Kosten abgelehnt, aber den Kommunen Gespräche angeboten. Ein weiterer Teil der Stellen wird über den Europäischen Sozialfonds finanziert. Sollte diese Finanzierung auslaufen, will das Land diese Stellen aus eigenen Mitteln weiter finanzieren, wie Sellering ankündigte.

Kritik an unklarer Zukunft

"Wie wichtig ist dem Land die Schulsozialarbeit überhaupt?", fragte Köpp. Lehrer und Bildungspolitiker seien sich einig, dass diese Aufgaben wichtiger würden. Der Kreistag Mecklenburgische Seenplatte hatte eine sofortige Finanzhilfe von der Landesregierung gefordert, damit Fachkräften aus Grund- und Förderschulen nicht gekündigt werden müsste. Mehrere Vertreter aus CDU und SPD betonten, dass der Bedarf mit der Integration von Flüchtlingen und der Inklusion - der Einbindung behinderter Kinder in den regulären Unterricht - eher noch steige. Diese Arbeit könnten Lehrer nicht mehr neben der Bildungsarbeit leisten.

"Das Problem wird im Laufe des Jahres 2017 auch in den anderen Landkreisen auflaufen", sagte Köpp. Das Kommunen in den dünn besiedelten Regionen dies Geld für Schulsozialarbeit eingesetzt haben, dürfe ihnen jetzt nicht zum Nachteil gereichen. "Die Landesregierung muss eigentlich dafür sorgen, dass im ganzen gleichmäßige Verhältnisse herrschen", erläuterte der Geschäftsführer des Landkreistages.

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