Schwalbenkot am Schweriner Schloss:

Landtags-Schwalben sollen umziehen

So manchen prahlerischer Hahn und die eine oder andere Schnatterente beherbergt das Schweriner Schloss schon. Aber debattiert wird gerade über andere Luftikusse.

Schwalben sorgen für Unmut bei den Verwaltern des Schweriner Schlosses. Rund 100 Nester haben die geschützten Vögel im Vorhof gebaut, wo sich der Eingang zum Landtag befindet.
Jens Büttner Schwalben sorgen für Unmut bei den Verwaltern des Schweriner Schlosses. Rund 100 Nester haben die geschützten Vögel im Vorhof gebaut, wo sich der Eingang zum Landtag befindet.

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – aber 100 Brutpaare eine ganze Menge Dreck. Deshalb gibt es jetzt auch Zoff um eine der größten Mehlschwalben-Kolonien Schwerins, die sich ausgerechnet den hochherrschaftlichen Sitz des Landtages im dortigen Schloss als Frühlings- und Sommerwohnsitz ausgesucht haben. „Immer wieder gibt es Beschwerden von Mitarbeitern und Fahrradfahrern, die ihren Drahtesel im Vorhof abstellen und dann mit den Hinterlassenschaften der Tiere konfrontiert werden“, sagt Landtagsdirektor Armin Thebben. Deshalb suche man jetzt nach einer Lösung, die Schwalben umzusiedeln.

Das aber ruft – wen wundert’s – die Grünen-Fraktion im Landtag auf den Plan. „Nach wie vor plant die Landtagsverwaltung, wegen herabfallenden Schwalbenkots die Vögel aus ihrem angestammten Revier zu verdrängen. Die Tiere einfach zu vertreiben, würde aber gegen Artenschutzrecht verstoßen“, so die Abgeordnete Ursel Karlowski.

Die Schwalben bevölkern den engen Vorhof

Davon könne keine Rede sein, sagt Thebben als Verwaltungschef des Parlamentssitzes, der übrigens auch eine Fledermaus-Kolonie in der Grotte, zeitweilig einen Turmfalken und auch den einen oder anderen alten Fuchs oder so manche Schnatterente in den Fraktionsräumen beherbergt. „So lange wir keine schwalbenfreundliche Lösung gefunden haben, wird es auch keine Aktionen geben. Zurzeit sind wir deshalb mit Ornithologen und der Naturschutzbehörde im Gespräch“, betont der Landtagsdirektor.

Hintergrund des Problems sei, dass die Schwalbenkolonie ursprünglich aufgeteilt war – zu je einem Drittel in verschiedenen Teilen des Schlosses. Durch laufende Bauarbeiten aber konzentrierten sie sich nun im engen Vorhof. Deshalb denke man jetzt darüber nach, die gesamte Kolonie auf der Schlossinsel umzusiedeln, etwa indem man an anderer Stelle Nisthilfen aufbaue. „Das Schloss war schwalbenfreundlich, ist schwalbenfreundlich und wird schwalbenfreundlich bleiben“, meißelt Thebben zum Abschluss einen Satz für die Geschichtsbücher.

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