Bauern-Proteste:

Landwirte zeigen Milch-Betrieben die Rote Karte

Sie zünden Reifen an, blockieren die Grenzen: Die Bauern in Frankreich gehen auf die Barrikaden. Die Bauern in der Region haben nur Verständnis. Bei den Landwirten an der Müritz sprang der Funke über. Sie demonstrierten vor den Toren des Milchabnehmers.

Milchbauern aus ganz Mecklenburg-Vorpommern und dem nördlichen Brandenburg fuhren mit Treckern und Schlepper-Gespannen am Dienstagabend zum Protest nach Waren.
Nadine Schuldt Milchbauern aus ganz Mecklenburg-Vorpommern und dem nördlichen Brandenburg fuhren mit Treckern und Schlepper-Gespannen am Dienstagabend zum Protest nach Waren.

Der französische Bauer hielt demonstrativ den Tetrapack vor die Kamera. Einen Euro koste der Liter Milch im Supermarkt, er selbst bekomme dafür aber nur 30 Cent, sprach er anklagend in die Mikrofone. „Wo bleiben die übrigen 70 Cent?“

Diese Szene in den abendlichen Hauptnachrichten verfolgten auch Landwirte im Demminer Land, an der Müritz und in Altentreptow, und die meisten werden zumindest dabei zustimmend genickt haben. Denn die Schere zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen bei Grundnahrungsmitteln ist ihnen nicht fremd, im Gegenteil. „Wir können die Verzweiflung sehr gut verstehen, denn wir sitzen im gleichen Boot. Die Wut der Franzosen ist nur lauter“, sagt Barbara Brands, Geschäftsführerin des Bauernverbands Altentreptow.

Preise zu niedrig

Nachdem die Milchpreise in den vergangenen Jahren kurz angezogen hatten, scheinen sie inzwischen wieder im freien Fall. 27 Cent bekommen die Bauern derzeit für den Liter, sagt der Vorsitzende des Demminer Bauernverbandes, Karsten Trunk. Mindestens zehn Cent mehr wären notwendig, um die Kosten zu decken. „Da muss sich jeder Gedanken machen, wie er das durchhalten will.“

Auch Bauern in Vorpommern sitzt deshalb die Sorge um ihre Betriebe im Nacken.

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