Freundin getötet und vergraben:

Lebenslange Haftstrafe für Mörder aus Rostock

Ein 36-Jähriger muss wegen Mordes und Vergewaltigung lebenslang hinter Gitter. Wegen der besonderen Schwere der Schuld bleiben für ihn auch nach 15 Jahren die Gefängnistore zunächst geschlossen.

Das Landgericht Rostock stellte am Donnerstag auch die besondere Schwere der Schuld fest. Der Mann kann nicht nach 15 Jahren Gefängnis vorzeitig entlassen werden.
dpa Das Landgericht Rostock stellte am Donnerstag auch die besondere Schwere der Schuld fest. Der Mann kann nicht nach 15 Jahren Gefängnis vorzeitig entlassen werden.

Ein 36-Jähriger aus Rostock hat seine Freundin ermordet und ihre Leiche im Wald vergraben - und muss daher lebenslang ins Gefängnis. Das Landgericht Rostock stellte am Donnerstag zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit wäre eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen. Der Mann, der von dem Richter als "Psychopath" bezeichnet wurde, sei auch der Vergewaltigung und schweren Körperverletzung schuldig, hieß es.

Die Verteidigerin kündigte noch im Gerichtssaal an, sie wolle Revision beim Bundesgerichtshof einlegen. Es sei nach der Beweisaufnahme völlig offen geblieben, wie die Lebensgefährtin des Mannes zu Tode gekommen ist. Auch der für einen Mord zwingend notwendige Vorsatz sei nicht beleuchtet, und Zeugenaussagen seien einseitig bewertet worden.

Zwei Vergewaltigung und ein Mord innerhalb weniger Wochen

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Rostocker seine 32-jährige Partnerin bereits an Silvester vergewaltigte. Die Frau hatte dem mehrfach vorbestraften Mann jedoch verziehen, er war deshalb Mitte Januar 2014 aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Ende Januar oder Anfang Februar 2014, der genaue Zeitpunkt ließ sich nicht feststellen, habe er sie erneut vergewaltigt. Er habe erkannt, dass die Frau ihn anzeigen werde. Um die Straftat zu verdecken, habe er sie dann mit einem Kissen erstickt, zeigte sich die Kammer überzeugt. Einige Tage später habe er sich wegen des Geruchs entschlossen, die Leiche in einem Wäldchen nahe der Stadtautobahn bei Lichtenhagen zu vergraben.

Der Mann hatte zu Prozessbeginn die Tötung der Frau gestanden, dies jedoch als eine Art Unfall dargestellt. Das Gericht schloss dagegen aus, dass er das Opfer versehentlich erwürgt haben könnte. Der Mann habe auch keine Reue oder Einsicht in sein Fehlverhalten gezeigt.

Im März 2014 vergewaltigte der Angeklagte nach Überzeugung des Gerichts eine weitere Frau. Die Tat, bei der er sein Opfer mit einem Messer bedrohte, ereignete sich laut Gericht in der Wohnung, in der er seine Freundin getötet hatte. Die Anwälte des zweiten Opfers und des Angeklagten hatten sich während des Prozesses auf die Zahlung eines Schmerzensgeldes von 10000 Euro geeinigt.

Verteidigung stellt keinen Antrag

Ursprünglich war der Mann wegen Totschlags und Vergewaltigung angeklagt. Der Vorsitzende Richter hatte aber frühzeitig in dem seit Dezember laufenden Prozess deutlich gemacht, dass eine Verurteilung wegen Mordes möglich sei. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin auf Mord plädiert und eine lebenslange Freiheitsstrafe sowie anschließende Sicherungsverwahrung gefordert.

Die Verteidigerin hatte keinen Antrag gestellt. Nach ihrer Ansicht gab es keine genauen Anhaltspunkte dafür, wann, wo und wie die Frau zu Tode kam. Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte hatte die Tat als eine Art Unfall dargestellt.

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