Verfassungsschutz gibt sich wortkarg:

Leichtes Spiel für Hooligans im Nordosten?

War die Eskalation der Gewalt in Köln vorhersehbar? Experten meinen ja. Sie werfen den  Sicherheitsbehörden vor Ort Versagen vor. Doch auch die Behörden im Land geben kein gutes Bild ab.

Hooligans laufen am 26.Oktober in Köln bei der Aktion "Gemeinsam gegen Salafismus" durch die Innenstadt.
Caroline Seidel Hooligans laufen am 26.Oktober in Köln bei der Aktion "Gemeinsam gegen Salafismus" durch die Innenstadt.

Haben die Sicherheitsbehörden des Landes die häufig gewalttätige Allianz von Hooligans und Rechtsextremen im Blick? Zweifel scheinen angebracht. So fielen die Antworten auf eine im Anschluss an die gewaltsame Demonstration der Gruppe "Hooligans gegen Salafisten" (HoGeSa) an das Schweriner Innenministerium gestellte Anfrage vergleichsweise dünn aus.

Das überrascht insofern, als das Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Tag nach den Krawallen von Köln Entschlossenheit demonstriert hatte. Nun jedoch reagierte seine Behörde auf konkrete Nachfragen zur Kooperation von Hooligans und Rechtsextremen im Nordosten wortkarg. "Es kann von einzelnen Anreisen ausgegangen werden", lautete die Antwort auf die Frage, ob sich Demonstrationsteilnehmer aus MV am Sonntag auf den Weg nach Köln gemacht hätten. Zur Überschneidung von Rechtsextremen und Hooligans im Land hieß es: "Der Verfassungsschutz geht weiterhin davon aus, dass es lediglich partielle Überschneidungen der Szenen gibt." Nähere Angaben machten die Verfassungsschützer nicht. Stattdessen verwiesen sie auf die Behandlung des Themas im jüngsten Verfassungsschutzbericht. In dem 178 Seiten starken Dokument steht dazu genau ein Satz.

Hinzu kommt, dass sich laut Nordkurier-Informationen mindestens ein polizeibekannter Rocker aus dem Nordosten sicher unter den Kölner Demonstranten befand. Es handelt sich dabei um den ehemaligen Vize-Chef des mittlerweile verbotenen Rockerclubs "Schwarze Schar" aus Wismar. Szenekennern gilt der Mann als Paradebeispiel für die Kumpanei zwischen Rockern und Rechtsextremen. Er war in der Vergangenheit im Umfeld der rechtsextremen Kameradschaft "Werwolf" anzutreffen, die rechtsextreme Einstellung zahlreicher Mitglieder der "Schwarzen Schar" galt selbst außerhalb des Rockerclubs als offenes Geheimnis.

Ob das Innenministerium davon Kenntnis besitzt, blieb offen.

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