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Linke beklagt weniger Hilfen für Schulschwänzer

Wie kann man Schulschwänzer dazu bewegen, zum Unterricht zu gehen? Ein vom Bundes finanziertes Programm "Zweite Chance" ist ausgelaufen. Die Linke fordert vom Land ein neues Programm. Das Bildungsministerium hält das nicht für nötig.

Arno Burgi Keine Lust auf Schule: Um Schulschwänzer wieder für den Unterricht zu motivieren, wird künftig weniger Geld da sein.

Für Schulschwänzer gibt es nach Angaben der Linken in Mecklenburg-Vorpommern weniger Hilfe nach Auslaufen des vom Bund finanzierten Programms "Zweite Chance" Mitte vergangenen Jahres. "Jetzt haben wir für Kinder mit schulaversivem Verhalten nur noch die Schulwerkstätten für Klasse fünf bis sieben und nach dem 15. Lebensjahr die Produktionsschulen", sagte die bildungspolitische Sprecherin der Linke-Landtagsfraktion, Simone Oldenburg. "Wir würden also wissentlich Betroffene ein paar Jahre alleinlassen." Oldenburg forderte ein Landesprogramm für Schulschwänzer oder die Ausweitung der Schulwerkstätten bis Klasse neun. Auch müssten diese dann flächendeckend im Land vorgehalten werden.

Oldenburg zufolge hatten im Schuljahr 2012/13 rund 2500 Schüler in Mecklenburg-Vorpommern unentschuldigte Fehltage. Sie berief sich dabei auf die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken.

Bildungsminister hält Programme für ausreichend

Das Bildungsministerium hält die vorhandenen Programme für Schulschwänzer für ausreichend, wie ein Sprecher von Minister Mathias Brodkorb (SPD) sagte. Lediglich 376 Schüler hätten mehr als 20 unentschuldigte Fehltage im Schuljahr 2012/13 gehabt. Bei diesen könne man von schulaversivem Verhalten sprechen.

Neben Schulwerkstätten und Produktionsschulen gebe es noch das produktive Lernen an Regionalschulen. Daran könnten Kinder mit Schulschwierigkeiten ab Klasse acht teilnehmen, wenn ihr Abschluss gefährdet erscheint. Oldenburg hielt entgegen, das produktive Lernen richte sich nicht in erster Linie an Schulschwänzer, sondern an Kinder, die dem regulären Unterricht nur sehr schwer folgen könnten.

Der Sprecher betonte, dass die Eltern in der Pflicht seien, die Teilnahme ihrer Kinder am Schulunterricht sicherzustellen. Das Ministerium erwäge, die Zusammenarbeit mit den Jugendämtern auszubauen. Auch könne die Polizei eingeschaltet werden, um Schwänzer zur Schule zu bringen.