Messerattacke:

Linken-Politiker tritt aus Partei aus

Ein Jugendpolitiker der Linken behauptet, in Wismar Opfer zu Rechtsradikalen geworden zu sein. Der Staatsanwalt zweifelt an seinen Aussagen und ermittelt. Der junge Mann zieht erste Konsequenzen.

Es gibt Zweifel daran, ob die Tat wirklich stattgefunden hat.
Archiv Es gibt Zweifel daran, ob die Tat wirklich stattgefunden hat.

Nach der mutmaßlich nur vorgetäuschten Messerattacke von Rechtsextremen auf einen Kommunalpolitiker der Linken hat dieser jetzt erste Konsequenzen gezogen: Julian K. ist nicht mehr Mitglied der Partei und damit auch nicht mehr im Kreisvorstand Schwerin. Das sagte am Dienstag Kreisvorsitzender Peter Brill. „Er hat ohne Begründung seinen Austritt erklärt.“

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Schwerin wegen Vortäuschens einer Straftat laufen unterdessen noch, sagte ein Sprecher. Der Linkspolitiker sei inzwischen vernommen worden, bleibe aber bei seiner Version der Geschichte. Julian K. werde auch durch einen Anwalt vertreten.

Gutachter: Verletzungen selbst hinzugefügt

Eigenen Angaben zufolge war der 18-Jährige, der in Wismar studiert, Anfang Januar in der Hansestadt von drei Unbekannten angegriffen, als „schwule Kommunistensau“ beschimpft und mit einem Messer mehrfach verletzt worden. Erst am Tag darauf aber und nachdem er bei einem Arzt war, erstattete er über das Internetportal der Polizei Anzeige. Zeugen der angeblichen Tat gab es nicht.

Die Rekonstruktion des Vorfalls am Tatort durch die Staatsanwaltschaft hatte deren Zweifel bestätigt und zu den Ermittlungen geführt. Die Anklagebehörde stützt sich in erster Linie auf das Gutachten eines Rechtsmediziners. Nach dessen Meinung seien die Schnittverletzungen des 18-Jährigen nicht mit den Schilderungen zum Tatverlauf in Übereinstimmung zu bringen. Dagegen sei „hinreichend wahrscheinlich“, dass er sich die Verletzungen selbst zufügte.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung