Langes Wochenende, Urlaub, Sonne, Stau:

Lokführerstreik: Touristen auf dem Abstellgleis

Der erneute Lokführerstreik trifft den Nordosten besonders hart. Viele Pendler und Unternehmen haben sich an die Ausfälle gewöhnt, doch dieses Mal trifft es vor allem die Touristen.

Fährt er, oder fährt er nicht? Der Bahnstreik über Pfingsten durchkreuzt so einige Ausflugspläne.
Bodo Marks Fährt er, oder fährt er nicht? Der Bahnstreik über Pfingsten durchkreuzt so einige Ausflugspläne.

Nichts fährt mehr. Rund 85 Prozent aller Verbindungen in MV und Brandenburg fallen laut Bahn aus. Der mittlerweile neunte Streik der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) legt seit Mittwoch wieder bundesweit den Bahnverkehr lahm. Betroffen sind sowohl Personen- als auch Gütertransporte. 

Der Anteil der Bahnfahrer an den Touristen und Ausflüglern über das lange Pfingst-Wochenende ist nicht zu vernachlässigen. „Wir rechnen mit etwa 250 000 Gästen, von denen etwa zehn Prozent per Bahn anreisen wollen“, sagt Matthias Dettmann, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) MV. Viele würden sich wahrscheinlich gegen die Reise entscheiden.

Wichtige Urlaubsziele sind unerreichbar

Gerade Rügen und Usedom seien für Berliner traditionelle Ziele für den Pfingst-Ausflug. Vom Ausbleiben der Urlauber sei die ganze Branche betroffen. Hotels, Museen und Restaurants müssten mit Umsatzeinbußen rechnen.

Zwar hat die Bahn Ersatzfahrpläne aufgestellt, doch teilweise fährt pro Richtung nur ein Zug am Tag ab. „Das vermittelt den Eindruck, dass man keine Chance hat, uns mit der Bahn zu erreichen“, sagt Beate-Carola Johannsen, Vorsitzende des Tourismusverbandes der Insel Usedom. Inzwischen gibt es an der Küste und in der Seenplatte erste Stornierungen bei Hotels und Ferienwohnungen.