Vorwurf der Vetternwirtschaft:

Lukrative Posten für Familienangehörige beim Schweriner Nahverkehr?

Die Nahverkehr Schwerin GmbH wehrt sich gegen den Vorwurf der Vetternwirtschaft. Der Sohn des Geschäftsführers soll in kürzester Zeit vom Busfahrer bis zum Abteilungsleiter aufgestiegen sein.

Ein Linienbus fährt durch die Fußgängerzone in der Schweriner Innenstadt: derzeit wehrt sich die Nahverkehr Schwerin GmbH gegen den Vorwurf der Vetternwirtschaft.
Jens Büttner Ein Linienbus fährt durch die Fußgängerzone in der Schweriner Innenstadt: derzeit wehrt sich die Nahverkehr Schwerin GmbH gegen den Vorwurf der Vetternwirtschaft.

Die Nahverkehr Schwerin GmbH wehrt sich gegen den Vorwurf der Vetternwirtschaft. Nach einem Bericht von NDR 1 Radio MV vom Mittwoch soll Geschäftsführer Norbert Klatt engste Familienangehörige in den vergangenen Jahren auf teils lukrative Posten gebracht haben. In dem städtischen Unternehmen seien neben Klatt dessen Ehefrau, sein Sohn, seine Tochter und sein Schwiegersohn beschäftigt. Der Sohn soll in kürzester Zeit vom Busfahrer bis zum Abteilungsleiter Verkehr aufgestiegen sein.

Klatt bestätigte die Beschäftigung der Familienmitglieder. Den Vorwurf der Vetternwirtschaft wies er zurück. Es sei immer mit offenen Karten gespielt worden, betonte Klatt. Eine Betriebsvereinbarung, die eine Bevorzugung von Familienangehörigen bei der Einstellung ermöglichte, habe die Geschäftsführung am Mittwochmorgen gekündigt. Das Unternehmen habe traditionell Fachkräftebedarf, erklärte Klatt. Man habe die Mitarbeiter animieren wollen, im Verwandtenkreis nach potenziellen neuen Kollegen zu schauen. Beim Nahverkehr Schwerin gebe es etwa zehn Familien mit mehr als einem Mitarbeiter im Unternehmen.

Der Landesrechnungshof hatte einem Meidenbericht zufolge die Betriebsvereinbarung als rechtlich bedenklich eingestuft. Sie widerspreche dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz.