Prozessauftakt gegen kriminelle Rocker:

Männer aus dem Rocker-Milieu wegen 24 Kilo Marihuana auf der Anklagebank

Von wegen nur Motorrad-fahren die Rockergruppe „Schwarze Schar“ sorgte mehrfach für Schlagzeilen. Jetzt stehen ehemalige Anhänger wegen Drogenschmuggels vor Gericht.

Die Marihuana-Plantage mit rund 2000 Pflanzen entdeckten Fahnder in einem Haus bei Wismar.
Polizei Wismar Die Marihuana-Plantage mit rund 2000 Pflanzen entdeckten Fahnder in einem Haus bei Wismar.

Vier Männer aus dem Rocker-Milieu müssen sich seit Montag vor dem Schweriner Landgericht wegen krimineller Drogengeschäfte verantworten. Laut Staatsanwaltschaft waren die Angeklagten dem inzwischen verbotenen Rocker-Club „Schwarze Schar MC Wismar“ zugehörig. Die Männer im Alter von 27 und 28 Jahren sollen im großen Stil illegal Cannabis angebaut und auch mit anderen Drogen gehandelt haben.

Zwei der mutmaßlichen Drogenhändler waren Ende März auf der Autobahn bei Wismar auf einer Beschaffungsfahrt mit 250 Gramm Kokain im Wert von 20  000 bis 25  000 Euro erwischt und daraufhin inhaftiert worden. Weitere Festnahmen, darunter die des Ex-Clubchefs Philip S., hatte es Anfang Juli gegeben. Gegen den 36-jährigen früheren Anführer werde wegen Terminschwierigkeiten seines Verteidigers später gesondert verhandelt, hieß es dazu.

Die "Schwarze Schar" wurde im Januar verboten

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Schwerin führten umfangreiche Überwachungsmaßnahmen zu den Festnahmen. Alle Angeklagten sitzen in Untersuchungshaft. Für den nun begonnenen Prozess legte das Gericht unmittelbar nach Verlesen der Anklage weitere Prozesstermine bis Ende November fest.

Der 36-jährige Ex-Anführer Philip S. hatte laut Staatsanwaltschaft gemeinsam mit einem ehemaligen Gruppenmitglied der „Schwarzen Schar“ über einen Strohmann ein Haus in der Nähe von Wismar gekauft, um dort eine professionelle Cannabiszucht zu betreiben. Zwischen Herbst 2013 und Februar 2014 sollen dort rund 24 Kilogramm Marihuana erzeugt worden sein. Die Drogen sind nach Erkenntnissen der Ermittler für insgesamt 120  000 Euro verkauft worden. Außerdem sollen
die Männer bei Bremen Marihuana und Kokain erworben und im Raum Wismar
verkauft haben.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hatte den „Schwarze Schar MC Wismar“ und dessen Teilorganisation „Schwarze Jäger MC Wismar“ im Januar 2014 verboten. Den beiden Vereinigungen wurde vorgeworfen, in diverse Fälle von Gewaltkriminalität verwickelt gewesen zu sein.