Gewürgt und gedroht:

Marine-Soldat wegen Misshandlung vor Gericht

Das Verhältnis unter Soldaten, von Vorgesetzten zu Untergebenen, ist oft extrem schwierig. Übergriffe werden meist intern geklärt, doch nun kommt es gleich zu zwei ordentlichen Prozessen.

Der Angeklagte (r) im Prozess wegen Misshandlung von Untergebenen.
Bernd Wüstneck Der Angeklagte (r) im Prozess wegen Misshandlung von Untergebenen.

Ein 30 Jahre alter Obermaat der Deutschen Marine hat vor dem Rostocker Amtsgericht Vorwürfe der Misshandlung von Untergebenen bestritten. Laut Anklage soll der 2011 am Marinestandort Rostock-Hohe Düne auf dem Schnellboot "Zobel" stationierte Soldat einen Obergefreiten dreimal einen Kopfstoß verpasst haben.

Zudem soll er einen zweiten Obergefreiten ohne Grund so gewürgt haben, dass dieser keine Luft bekam. In einem dritten angeklagten Fall habe er einem Obergefreiten gedroht, ihn mit einem Brotmesser abzustechen.

"Rempeleien gehören zum normalen Umgangston"

Der Angeklagte, der nach eigenen Angaben noch bei der Marine ist, betonte am Donnerstag, dass Rempeleien oder Stöße an Bord zu normalen Umgangsformen unter Kameraden gehörten. Es sei ihm nicht erklärlich, wieso diese Vorwürfe gegen ihn erhoben worden seien.

Am 24. September wird am Amtsgericht ein weiterer Fall von Gewalt in der Marine verhandelt. Dann müssen sich sechs Marinesoldaten wegen Meuterei auf dem Schnellboot "Hermelin" verantworten. Den 22 bis 27 Jahre alten Soldaten wird vorgeworfen, im Februar während eines Auslandseinsatzes im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut einen vorgesetzten Bootsmann an einen Tisch gefesselt zu haben. Dann sollen sie ihm mit einem wasserunlöslichen Stift die Bemerkung "Hier wohnen die Mongos" auf den Unterschenkel geschrieben haben.

Laut Staatsanwaltschaft war die Aktion der Soldaten ein Denkzettel für eine Äußerung des Bootsmanns, die die Untergebenen als beleidigend empfanden. Der Strafrahmen für Meuterei reicht von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung