Neuer Masern-Ausbruch in Berlin:

Masern machen einen Bogen um den Nordosten

In Deutschland galten die Masern beinahe als ausgerottet, nun kehrt die Infektionskrankheit mit Macht zurück.

Im Nordosten sind die Zahlen der an Masern Erkrankten seit Jahren konstant niedrig.
Achim Scheidemann Im Nordosten sind die Zahlen der an Masern Erkrankten seit Jahren konstant niedrig.

Angesicht von 375 an Masern erkrankten Menschen seit Oktober 2014 allein in Berlin sprechen Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) von einem neuen "Ausbruch" der Infektionskrankheit. Etwa die Hälfte der Neuerkrankungen entfalle auf Erwachsene, mehr als 100 Patienten mussten laut Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales im Krankenhaus behandelt werden.

In MV nie mehr als drei Fälle pro Jahr

Während das für das laufende Jahr 2015 avisierte Ziel der Ausrottung der Krankheit damit als verfehlt betrachtet werden muss, ist die Lage im Nordosten noch entspannt. "Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern kein Masernproblem", erklärte Anja Neutzling, Sprecherin des Landesamts für Gesundheit und Soziales in MV.

In den vergangenen vier Jahren sei die Zahl der Masern-Erkrankungen nie über drei Fälle pro Jahr gestiegen, 2012 habe es überhaupt keinen Fall von Masern im Land gegeben. "Wir werben immer wieder für die Impfung und haben bei den Einschülern eine Impfquote von über 95 Prozent, damit sind die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erfüllt". so Neutzling weiter. Laut WHO ist ab einer Impfquote von 95 Prozent die Wahrscheinlichkeit hoch, die Krankheit langfristig eliminieren zu können.

In der Uckermark nur vier Fälle in zwölf Jahren

Auch für den Landkreis Uckermark geben die Verantwortlichen zumindest vorerst Entwarnung. "Wir haben bislang keine Fälle von Masern, überhaupt tauchten die Masern zwischen 2001 und 2013 lediglich vier Mal auf", so Sprecherin Ramona Fischer. Auch sie verwies auf die verhältnismäßig hohe Impfquote im Kreis.

Für eine Entwarnung wiederum besteht scheinbar kein Anlass. In einem Zeitungsbericht bestätigte Gabriel Hesse, Sprecher des Potsdamer Gesundheitsministeriums, dass mit 43 Fällen seit Jahresbeginn ein deutlicher Anstieg der Erkrankungen zu beobachten sei. Susanne Glasmacher vom RKI erklärte: "Wie sich das weiter entwickelt, kann man schwer voraussagen."