Pädagogenmangel in MV:

Mathe-Lehrer händeringend gesucht

Knapp 90 Lehrerstellen sind in MV einen Monat nach Beginn des Schuljahres noch immer unbesetzt. Betroffen sind vor allem auch unverzichtbare Kernfächer.

Junge Lehrer braucht das Land – vor allem für die Fächer Mathematik und Physik.
Julian Stratenschulte Junge Lehrer braucht das Land – vor allem für die Fächer Mathematik und Physik.

Ein Loch hat der scheidende Bildungsminister Matthias Brodkorb (SPD) erst einmal geschlossen – so glaubt er zumindest. In den kommenden Jahren soll die Hochschule für Musik und Theater (HMT) deutlich mehr Musiklehrer ausbilden, um den steigenden Bedarf abzusichern. Bis zum Jahr 2020 stellt das Land für die Aufgabe 1,3 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt, hieß es kürzlich in einer Erfolgsmeldung aus dem Ministerium.

Doch während das Bildungsministerium damit eine Lücke schließt, was den Bedarf an Lehrern in Mecklenburg-Vorpommern betrifft, tut sich eine neue auf: Wie die aktuellen Stellenausschreibungen des Ministeriums zeigen, gibt es gravierende Probleme bei der Besetzung der Stellen von Mathe- und Physiklehrern. Insgesamt sind knapp 90 Pädagogen-Stellen im Land noch immer nicht besetzt. Händeringend werden insbesondere Mathe- und Physiklehrer gesucht.

Viele Überschneidungen mit Physik und Chemie

Auf der Internetseite des Bildungsministeriums finden sich mehr als 40 Schulen, die noch offene Lehrerstellen für Mathematik oder Physik oder aber die Fachkombination Mathe/Physik verzeichnen. Allein an den Schulen in Neubrandenburg fehlen sechs Pädagogen mit dieser Fächerkombination.

Für Simone Oldenburg ist das ein Unding. „Angesichts dieser Zahlen wird einem schwarz vor Augen“, sagte die Fraktionsvorsitzende und Bildungsexpertin der Linksfraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Seien Vertretungen in musischen Fächern in Ausnahmefällen noch vertretbar, sei Mathematik ein Kernfach, weil es viele Überschneidungen mit anderen Fächern wie Physik und Chemie gebe.