Flüge nach Albanien und Serbien:

Mecklenburg-Vorpommern schiebt 140 abgelehnte Asylbewerber ab

MV macht ernst und schiebt abgelehnte Asylbewerber in deren Heimatländer ab. Der Landesinnenminister hat dafür eine einfache Begründung.

Daniel Reinhardt/Archiv Die Asylbewerber wurden vom Hamburger Flughafen aus nach Albanien und Serbien geflogen.

Mecklenburg-Vorpommern hat erstmals nach der Verschärfung des Asylrechts eine größere Zahl von Flüchtlingen abgeschoben. Insgesamt 140 Menschen, deren Anträge auf Asyl abgelehnt wurden und die "vollziehbar ausreisepflichtig" waren, seien am Mittwoch mit einer Chartermaschine vom Hamburger Flughafen aus nach Serbien und Albanien geflogen worden. Die Rückführungen seien aber schon seit längerem geplant gewesen und würden nicht im Zusammenhang mit den neuen gesetzlichen Regelungen stehen, teilte das Innenministerium in Schwerin mit. Serbien und Albanien werden von der Bundesregierung als sichere Herkunftsstaaten eingestuft.

"Wir können die große Zahl von Kriegsflüchtlingen aus Krisenregionen nur aufnehmen, wenn wir diejenigen, die vom Bundesamt nicht als Asylbewerber anerkannt wurden und kein Recht haben zu bleiben, auch zügig wieder in ihre Herkunftsländer zurückführen", erklärte Innenminister Lorenz Caffier (CDU).

Hauptsächlich Balkanbewohner werden abgeschoben

Rückführungsmaßnahmen seien nicht angenehm, auch für die beteiligten Beamten nicht, betonte der Minister. "Aber wer dazu nicht steht, gefährdet das Asylrecht." Die Abschiebungen erfolgten offenbar vor allem aus Sammelunterkünften heraus. Aus den Kommunen habe es keine Hinweise dazu gegeben, sagte ein Sprecher des Landesflüchtlingsrates.

Nach Ministeriumsangaben sind im laufenden Jahr nunmehr 700 Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern abgeschoben worden. Dabei habe es sich hauptsächlich um Menschen aus Serbien und Mazedonien gehandelt. Zudem seien Flüchtlinge auf der Grundlage der Dublin-Regelungen in ihre Erstaufnahmeländer in der europäischen Union geschickt worden.

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