Miet- und Lohnniveau:

Mecklenburg-Vorpommern schröpft seine Studenten

Bald beginnt an den Universitäten und Hoch­schulen das neue Semester. Das Rennen um freie Wohnungen ist in vollem Gange, denn der Wohnraum in Studentenstädten ist knapp. Laut einer Studie ist der Nordosten ein teures Pflaster für Studenten.

Preiswerte Zimmer finden die Studenten zwar in der Regel, allerdings verdienen sie in Nebenjobs nur wenig.
Waltraud Grubitzsch Preiswerte Zimmer finden die Studenten zwar in der Regel, allerdings verdienen sie in Nebenjobs nur wenig.

Finanzieller Druck setzt Studenten im Land zu. Denn wer in Mecklenburg-Vorpommern studieren und wohnen will, muss dafür ordentlich Geld berappen und jobben gehen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie zum studentischen Wohnungsmarkt. Hierbei wurden Lohn- und Mietniveau in Verbindung gesetzt.

Im Durchschnitt 288 Euro Warmmiete kostet der Wohnraum für Studenten im Land. Vergleichsweise wenig, Zimmer in Hamburg oder Berlin sind laut der Umfrage deutlich teurer. Allerdings können die Hochschüler dort auch mehr Geld verdienen.

Während Studenten in Bayern oder Hessen laut Selbstauskunft fast zehn Euro bekommen, sind es hier nur acht Euro. Heißt umgerechnet: In Mecklenburg-Vorpommern müssen Studenten etwa 36 Stunden im Monat für ihre Miete arbeiten, in Thüringen sind es nur gut 30 Stunden.Im Vergleich sind die neuen Bundesländer für Studenten immer noch recht preiswert. Einzige Ausnahme ist ausgerechnet Mecklenburg-Vorpommern. Bundesweit muss nur in Hamburg noch mehr für die Miete gearbeitet werden. Das vermeintlich günstige Studium im Nordosten existiert offenbar nicht.

Es kommt sogar noch dicker: Acht Euro pro Stunde für einen Nebenjob gibt es bei uns nur selten. Nach Recherchen des Nordkurier liegt der Stundenlohn für Studenten meist zwischen 4,50 Euro und 6,50 Euro. „Es wird häufig ausgenutzt, dass Studenten einen Job brauchen“, so Max Pröbsting vom Allgemeinen Studierendenausschuss der Universität Greifswald.

Wer Glück hat, kann im Land dafür auch deutlich günstiger wohnen als die Durchschnitts-Miete widerspiegelt. Zimmer des Studentenwerks Greifswald gibt es ab 130 Euro. In Neubrandenburg helfen die Wohnungsanbieter mit günstigen Studenten-Tarifen. Wer Pech hat, kann in Greifswald aber auch mehr als 400 Euro zahlen.

An der bundesweiten Studie „Fachkraft 2020“ des Unternehmens Studitemps aus dem Sommersemester haben sich über 18 000 Studenten mit Nebenjob beteiligt, davon etwa 700 von Hochschulen in unserem Land.

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