Studie zur Medizinischen Versorgung:

Mehr Ärzte für Alte aufs Land!

MV hat die am schnellsten alternde Bevölkerung in ganz Deutschland. Eine Arbeitsgruppe des Landtags sucht seit drei Jahren nach Konzepten, wie damit umgegangen werden soll.

Die ärztliche Versorgung der Menschen auf dem Lande wird schwieriger. Gerade für Ältere ergeben sich hier immer mehr Probleme.
Armin Weigel Die ärztliche Versorgung der Menschen auf dem Lande wird schwieriger. Gerade für Ältere ergeben sich hier immer mehr Probleme.

Die Gesundheitsversorgung alter Menschen im Land weist einem Gutachten zufolge große Lücken auf. Viele Senioren vor allem auf dem Land haben demnach kaum Zugang zu Medizinern mit geriatrischer Spezialausbildung. Nur in den Oberzentren und deren Umgebung sei eine gute Erreichbarkeit gegeben, heißt es in einer Grundlagenexpertise zum Thema Gesundheit und Pflege im Alter, das eine Hamburger Beratungsfirma für die Enquetekommission des Landtags „Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern“ erarbeitet hat.

Die Versorgungslage ist demnach auch dort gut, wo bestimmte Reha-Kliniken angesiedelt sind. Das Gutachten soll heute der Kommission vorgestellt werden. Als Entwurf steht es bereits auf der Internetseite des Landtags.

Aus einer Landkarte im Gutachten geht hervor, dass es Einwohnern in der gesamten Landesmitte sowie im Altkreis Uecker-Randow und im Ostteil der Insel Rügen unmöglich ist, innerhalb von 25 Minuten einen auf Alterskrankheiten spezialisierten Arzt zu erreichen. Dies ist der Studie zufolge auch im Süden des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, in einem Großteil des Landkreises Ludwigslust-Parchim und an der Ostseeküste der Fall.

Umzüge ins Zentrum sollen gefördert werden

Die Experten hatten der Kommission vor einigen Wochen schon Vorschläge für eine
Neuordnung der Krankenhauslandschaft im Nordosten unterbreitet. Ihr Vorschlag, kleinere Kliniken in kommunale Gesundheitszentren mit dem Schwerpunkt auf ambulanter Behandlung umzuwandeln, stieß damals auf Kritik bei vielen Politikern. Nun knüpft die Hamburger Beratungsfirma an diesen Vorschlag an.

„Jedes zu schaffende Gemeinde-Gesundheitszentrum hat auch eine geriatrische Praxis am Standort oder es wird ihm im Rahmen einer Kooperation eine zugeordnet“, schreiben die Gutachter. Die Gesundheitszentren sollen demnach flächendeckend über das gesamte Land verteilt und für die Bevölkerung gut erreichbar sein. Dort sollen auch Präventionsangebote gemacht werden. Die Experten schlugen zudem mehr Forschung und Lehre zur geriatrischen Medizin und Pflege an den Universitäten des Landes vor.

Ein weiterer Vorschlag: Umzüge alter Menschen von peripheren Landesteilen in Zentren mit genügend Versorgungsangeboten sollten gefördert werden. „Ein Beispiel könnte eine monatliche Rente sein, gegen die das Wohneigentum eingetauscht werden kann“, heißt es.

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