Ferkel kommen aus MV:

Mehr als 30 Schweine wegen Tierseuche getötet

Im Oktober brach in einem Schweinezuchtbetrieb bei Neustrelitz die Tierseuche Brucellose aus. Bis auf jüngere Ferkel wurden alle Schweine getötet. Jetzt ist ein Betrieb in Baden-Württemberg von der Seuche betroffen. Er kaufte Ferkel in Neustrelitz.

Krankheit wurde von Ferkeln einer Tierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern nach Baden-Württemberg eingeschleppt.
Uwe Anspach Bisher war man davon ausgegangen, dass Ferkel, die jünger sind als vier Monate, nicht an der bakteriellen Infektion erkranken können.

Wegen einer ausgebrochenen Tierseuche sind zwei Schweinebetriebe im Landkreis Biberach (Baden-Württemberg) gesperrt und bisher mehr als 30 Tiere getötet worden. Die Schweine hatten sich in einem Betrieb in der Gemeinde Berkheim mit der Krankheit Brucellose infiziert, wie das Landratsamt Biberach am Dienstag mitteilte. Das Kreisveterinäramt untersuche derzeit die restlichen 270 Tiere. Wahrscheinlich wurde die Krankheit von Ferkeln einer Tierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern nach Baden-Württemberg eingeschleppt.

In Neustrelitz bereits 900 Tiere getötet

Wie das Agrarministerium in Schwerin mitteilte, stammten die Ferkel aus einem Freilandbetrieb in Neustrelitz (Mecklenburgische Seenplatte). Dort waren im vergangenen Oktober wegen der Brucellose rund 900 Tiere getötet worden - und zwar alle, die älter als vier Monate waren. Bisher war man davon ausgegangen, dass Ferkel, die jünger sind als vier Monate, nicht an der bakteriellen Infektion erkranken können.

Diese Tiere waren an einem anderen Standort weiter gemästet oder verkauft worden, darunter nach Baden-Württemberg. Für den Verkauf hatten die Veterinärämter der Kreise Mecklenburgische Seenplatte und Biberach die Genehmigungen erteilt. Es habe niemand gegen geltendes Recht verstoßen, sagte der Ministeriumssprecher.

Neustrelitzer dürfen wieder mit Schweinehaltung beginnen

Der Neustrelitzer Betrieb war nach dem Seuchenfall im Oktober für vier Monate gesperrt worden. Im Februar darf der Schweinezüchter nach umfangreichen Desinfektionsmaßnahmen wieder mit der Schweinehaltung beginnen. Derzeit würden dort Umgebungsproben genommen, hieß es.

Die durch Bakterien verursachte Tierseuche wird sehr selten auf Menschen übertragen, ist in der EU aber bekämpfungspflichtig. Ein weiterer Schweinemastbetrieb in Wain wurde ebenfalls vorsorglich gesperrt, weil er von dort Schweine bezog. "Es ist aber kein Tier verkauft worden", sagte ein Sprecher des Landratsamts Biberach.