Gesetz in Planung:

Mehr Hilfe für Flüchtlingskinder gefordert

Sie haben eine weite Reise auf sich genommen, sind häufig traumatisiert und besonders schutzbedürftig. Umso wichtiger ist es, dass für das Wohl der Flüchtlingskinder gesorgt wird. Ein Gesetz soll nun weiterhelfen.

Flüchtlingskind
Gregor Fischer Damit es Flüchtlingskindern in Deutschland gut geht, fordert der Städte- und Gemeindetag in Mecklenburg- Vorpommern mehr Betreuung.

Der Städte- und Gemeindetag in Mecklenburg- Vorpommern dringt auf ein Landesgesetz, das Betreuung und Integration unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge regelt. "Wir appellieren an das Land, zügig ein entsprechendes Landesgesetz zu verabschieden, damit die notwendigen Hilfen rechtssicher und möglichst passgenau geleistet werden können", erklärte Verbandsgeschäftsführer Andreas Wellmann am Mittwoch in Schwerin. Gerade Kinder und Jugendliche, die ohne Eltern nach Deutschland kommen, seien häufig traumatisiert und besonders schutzbedürftig. Die Hilfe müsse frühzeitig einsetzen, um die jungen Menschen gut in die Gesellschaft integrieren zu können.

Doch fehle eine landesrechtliche Regelung für alle Verfahrensabläufe und auch für die Finanzierung. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen benötigten Hilfe nicht nur bei Unterbringung und Betreuung, sondern auch bei der Integration in Kitas, Schulen und später auf dem Arbeitsmarkt.

Mecklenburg-Vorpommern rechnet mit einem beträchtlichen Anstieg der betreuungsbedürftigen Kinder. 2014 stellten nur zwölf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Nordosten einen Asylantrag. Das war nicht einmal jedes fünfte Kind, das allein in Mecklenburg-Vorpommern ankam, und bundesweit die geringste Zahl. Insgesamt beantragten laut Bundesregierung 4399 unbegleitete Minderjährige Asyl. Für 2015 wird ein Mehrfaches erwartet. Der Städte- und Gemeindetag verwies auf Schätzungen, wonach 600 unbegleitete Kinder und Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern betreut werden sollen, weil Jugendämter in anderen Bundesländern dies nicht mehr bewältigen.