Landes-Osten schlägt Alarm:

Straßen-Ausbau muss voran gehen!

Die Autobahn 19 trennt Mecklenburg-Vorpommern. Östlich davon wird der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur vernachlässigt, meinen verantwortliche Lokalpolitiker. Die Landesregierung messe mit zweierlei Maß.

Gegner und Befürworter haben Aufsteller zum geplanten Bau der neuen Bundesstraße B96n in Rambin auf der Insel Rügen am Straßenrand angebracht.
Stefan Sauer Gegner und Befürworter haben Aufsteller zum geplanten Bau der neuen Bundesstraße B96n in Rambin auf der Insel Rügen am Straßenrand angebracht.

Der Osten Mecklenburg-Vorpommerns schlägt bei Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) Alarm: Sollten nicht mehr und deutlich umfangreichere Straßenbauprojekte in die Anmeldeliste für den neuen Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden, werde die Region abgehängt und erneut gegenüber dem Westen benachteiligt, heißt es in einem Brief an den Ressortchef. Unterschrieben haben ihn die Landräte und Oberbürgermeister von Vorpommern-Greifswald, der Mecklenburgischen Seenplatte, Neubrandenburgs und Greifswalds sowie der Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg, Torsten Haasch.

„Wir haben die sehr große Befürchtung, dass dieser Landesteil nicht den Stellenwert erhält, den er verdient“, sagte Haasch am Donnerstag in Schwerin bei der Vorstellung des Briefes. Laut dem Hauptgeschäftsführer sind schon aus dem jetzt auslaufenden Bundesverkehrswegeplan gerade mal sechs Projekte von insgesamt 20 des vordringlichen Bedarfs umgesetzt, von 100 Kilometer Straße nur 19 gebaut und von geplanten 350 Millionen Euro lediglich 50 ausgegeben worden. Haasch forderte, dass alle Maßnahmen aus dem alten Plan auch für den neuen angemeldet werden sollen – und nicht nur eine ausgewählte kleinere Prioritätenliste, wie gegenwärtig noch vom Verkehrsministerium in Schwerin favorisiert. Wichtigster Aspekt sei die überregionale Anbindung der Region und nicht Klein- und Kleinstmaßnahmen. „Wie kommen wir in die Metropolregion Berlin, wie nach Westen, wie nach Polen?“, sei die entscheidende Frage.

Ausbau der B 96 von Neubrandenburg bis Neustrelitz

Unterstützt wurde der Hauptgeschäftsführer dabei von Frank Benischke (CDU), Vorsitzender des Wirtschafts-Ausschusses im Kreistag Mecklenburgische Seenplatte. Besonders wichtig seien der Autobahnzubringer für Neubrandenburg und der Ausbau der B 96 von der Vier-Tore-Stadt bis Neustrelitz. Benischke beklagte, dass diese Projekte klammheimlich zerstückelt würden. Statt einer Komplettlösung stünden in der neuen Vorschlagsliste Schlotmanns Teilvorhaben, die nicht die gewünschte Entlastung bringen würden.

Der Verkehrsminister hatte Mitte Juni eine erste Vorschlagsliste präsentiert und jedermann aufgerufen, sich mit seiner Meinung dazu einzubringen. Die Frist für diese Beteiligung der Öffentlichkeit ist nun abgelaufen – jetzt wird an der Endfassung gearbeitet.

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