Schlägerei in Notunterkunft:

Mehrere Übergriffe auf Ausländer in MV

Neue Attacken: Die Polizei berichtet von mehreren fremdenfeindlichen Angriffen in Mecklenburg-Vorpommern.

dpa/Archiv Die Polizei ermittelt wegen mehrerer Übergriffe auf Flüchtlinge. Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters, betont jedoch: "Im ganz überwiegenden Teil der Bevölkerung gibt es heute eine Stimmung gegen jede Art von Ausländerfeindlichkeit."

Mehrere Ausländer sind am Donnerstag und Freitag in Mecklenburg-Vorpommern angegriffen worden. In Neubrandenburg wurde ein Iraner leicht verletzt, als ein Unbekannter ihm am Donnerstag vor einem Ärztehaus ins Gesicht schlug, wie die Polizei berichtete. Als Grund habe der Angreifer angegeben, keine Ausländer zu mögen. In Stralsund schlug ein Mann am selben Tag vier Asylbewerberinnen in einem Textilgeschäft ins Gesicht. Der Angreifer war betrunken und hatte der Polizei zufolge 1,99 Promille Atemalkohol.

Ebenfalls in Stralsund wurde am Freitagmorgen ein Mann bei der Warenanlieferung für ein Bekleidungsgeschäft wegen seiner Hautfarbe beschimpft und ins Gesicht geschlagen. Der Angreifer und sein Begleiter seien alkoholisiert gewesen, hieß es von der Polizei. In Franzburg (Landkreis Vorpommern-Rügen) sprühten Unbekannte fremdenfeindliche Parolen auf die Wand einer ehemaligen Schule, die als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird.

In Schwerin gerieten in der Nacht zu Freitag in einer Notunterkunft mehrere Flüchtlinge wegen Lärms aneinander. Ein 29-Jähriger wurde dabei leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte. Er hatte sich wegen nächtlicher Ruhestörung bei seinen Mitbewohnern beschwert. Das führte zu einer Schlägerei mit insgesamt sechs Beteiligten.

 

Seit Rostock-Lichtenhagen dazugelernt

Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters, befürchtet trotz der aktuell vermehrten Übergriffe auf Flüchtlinge keine vergleichbaren Zustände wie Anfang der 1990er Jahre. Damals sorgten fremdenfeindliche Anschläge in Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda, Mölln oder Solingen auch international für Entsetzen und Empörung. "Im ganz überwiegenden Teil der Bevölkerung gibt es heute eine Stimmung gegen jede Art von Ausländerfeindlichkeit", sagte Seiters in Rostock. In Deutschland habe sich in erheblichem Maße ehrenamtliches Engagement entwickelt.

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Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters (Foto: Nestor Bachmann)

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