Umfrage im Auftrag der Landesregierung:

Menschen in MV sind zufrieden mit Landesentwicklung

Ein Jahr vor der Landtagswahl will die Landesregierung wissen, wie das Volk denkt. Die Erkenntnisse eines Meinungsforschungsinstituts dürften in Schwerin für Freude sorgen - überwiegend zumindest.

Dürften bester Laune sein angesichts des Stimmungsbildes aus der Bevölkerung: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (r., SPD) und Landesinnenminister Lorenz Caffier (l., CDU). 
Jens Büttner Dürften bester Laune sein angesichts des Stimmungsbildes aus der Bevölkerung: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (r., SPD) und Landesinnenminister Lorenz Caffier (l., CDU). 

Die Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns fühlen sich in ihrer Heimat wohl wie nie. Sie sehen das Land auf einem guten Weg, beklagen 25 Jahre nach der Einheit aber auch noch deutliche Gerechtigkeitslücken zum Westen. Vor allem bei Löhnen und Renten wünschen sich die Menschen eine raschere Angleichung, geht aus einer repräsentativen Meinungsumfrage hervor, deren Ergebnisse am Dienstag in Schwerin vorgestellt wurden. Im Auftrag der Staatskanzlei hatte das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid Mitte September Telefoninterviews mit 1000 Bürgern des Landes geführt.

Dabei kam heraus, dass 94 Prozent der Befragten der Meinung sind, Mecklenburg-Vorpommern habe sich seit Landesgründung 1990 gut oder sogar sehr gut entwickelt. 95 Prozent stellten fest, dass es sich im Land gut oder sehr gut leben lässt. Nach Angaben der Meinungsforscher waren dies die höchsten bislang ermittelten Zustimmungsraten. Bestwerte gab es auch für die Arbeit der Landesregierung: 70 Prozent der Befragten bescheinigten dem rot-schwarzen Kabinett von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) eine eher gute Arbeit. Das waren 6 Prozentpunkte mehr als 2014 und der bislang höchste Umfragewert.

Für eine klare Mehrheit der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern ist die Deutsche Einheit mit deutlich mehr Vor- als Nachteilen verbunden. Dennoch fällt das Urteil zu den Folgen der Wiedervereinigung und zum Zusammenwachsen von Ost und West differenziert aus. Das reichhaltige Warenangebot, Reise- und Meinungsfreiheit, freie Wahlen und Medienvielfalt werde als elementare Errungenschaften gewürdigt. Die stärkeren sozialen Unterschiede werden allerdings kritisch gesehen. Ost und West sind sich im Urteil der Menschen zwar deutlich näher gekommen, für 90 Prozent der Befragten ist die Ost-West-Angleichung aber längst nicht abgeschlossen.

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