CDU-Neujahrsempfang in Greifswald:

Merkel will spürbare Reduzierung der Flüchtlingszahlen

Nach den ersten deutsch-türkischen Regierungskonsultationen in Berlin hat Bundeskanzlerin Angela Merkel noch Zeit für eine Stippvisite in ihrem Wahlkreis gefunden. Den CDU-Parteikollegen machte sie ein ambitioniertes Versprechen.

Auf dem Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbands Vorpommern-Greifswald versprach Kanzlerin Merkel (CDU) an einer Lösung der Flüchtlingskrise mit Nachdruck zu arbeiten.
Stefan Sauer Auf dem Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbands Vorpommern-Greifswald versprach Kanzlerin Merkel (CDU) an einer Lösung der Flüchtlingskrise mit Nachdruck zu arbeiten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat als Ziel für dieses Jahr eine spürbare Reduzierung der Flüchtlingszahlen genannt. Eine Lösung der Flüchtlingskrise sehe sie in der Bekämpfung der Fluchtursachen und der Sicherung der Außengrenzen, sagte Merkel am Freitagabend auf einem Neujahrsempfang der CDU in ihrem Wahlkreis in Greifswald. "Eines ist klar, wir müssen die Zahl der Flüchtlinge spürbar reduzieren. Daran arbeiten wir mit Nachdruck." Merkel verwies auf eine von Deutschland, Großbritannien und Norwegen initiierte Geberkonferenz in London am 4. Februar für Syrien und dessen Nachbarstaaten, um Geld für Hilfe vor Ort zu sammeln. Es sei notwendig, dort anzusetzen, wo die Menschen herkommen, um erträgliche Lebensbedingungen zu schaffen.

Meinungen zu Merkels Flüchtlingspolitik gehen auseinander

Zudem bekräftige Merkel die Notwendigkeit des EU-Aktionsplanes mit der Türkei. "Der Schutz der Außengrenze ist Voraussetzung dafür, dass wir innerhalb von Europa uns frei bewegen können." Ohne eine Lösung mit der Türkei komme man nicht zum Ziel. Bezogen auf die Flüchtlingszahlen gab sie ein Versprechen: "Ich verspreche Ihnen, weil ich weiß, dass es vielen Tag und Nacht durch den Kopf rumgeht, dass wir alles daran setzen, die Zahlen für dieses Jahr spürbar zu reduzieren." Für diese Aussage bekam Merkel einen Zwischenapplaus von den mehr als 300 Gästen.  

Die Meinungen zur Flüchtlingspolitik Merkels gehen an der CDU-Basis in ihrem Wahlkreis auseinander. "Unser Herz ist weit, doch unsere Möglichkeiten sind endlich", zitierte CDU-Stadtvorsitzender Axel Hochschild Bundespräsident Joachim Gauck. Er wünsche sich eine Reduzierung der Flüchtlingsströme. "Man hat verpasst, die Flüchtlingsströme rechtzeitig zu regulieren. Jetzt läuft man den Ereignissen hinterher", sagte Gert Wendlandt, stellvertretender Bürgermeister von Usedom. "Frau Merkel macht das gut. Wir vertrauen ihr", meinte dagegen der Chef der Jungen Union von Greifswald, Franz Küntzel. Der Kreisvorsitzende Egbert Liskow sprach von einer "diffizilen Stimmung": "Wir müssen eine europäische Lösung finden."

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