Vorwurf:

Hat Linken-Politiker Messer-Attacke nur vorgetäuscht?

Die Nachricht von einem Messerangriff auf einen jungen Politiker der Linken ging bundesweit durch die Medien. Nun scheint alles anders als zuerst berichtet.

Gegen den jungen Mann, der Opfer einer Straftat geworden sein soll, wird nun selbst ermittelt.
Patrick Pleul/Symbolfoto Gegen den jungen Mann, der Opfer einer Straftat geworden sein soll, wird nun selbst ermittelt.

Die Messer-Attacke von Rechtsradikalen auf einen Linken-Nachwuchspolitiker aus Schwerin ist möglicherweise nur vorgetäuscht gewesen. Die Staatsanwaltschaft habe gegen den 18-jährigen Studenten ein Verfahren wegen des Verdachts auf Vortäuschung einer Straftat eingeleitet, sagte ein Behördensprecher am Montag in Schwerin. Zuvor hatten Rundfunksender über wachsende Zweifel an den Darstellungen des mutmaßlichen Opfers und Ungereimtheiten bei dessen Vernehmung berichtet.

Eigenen Angaben zufolge war der 18-Jährige, der in Wismar studiert, am Montag vergangener Woche in der Hansestadt von drei unbekannten, der rechten Szene angehörenden Männern angegriffen, als "schwule Kommunistensau" beschimpft und mit einem Messer mehrfach verletzt worden.

Gutachter widerspricht erster Darstellung

Die Staatsanwaltschaft kommt zu dem Schluss, dass der junge Mann die Tat "lediglich erfunden hat". Ein Rechtsmediziner habe die Verletzungen untersucht. Sein Gutachten habe ergeben, "dass die Art der Verletzungen nicht mit dem behaupteten Verlauf des Überfalles in Übereinstimmung zu bringen seien, eine Selbstbeibringung dagegen hinreichend wahrscheinlich ist." Der Politiker soll sich also selbst verletzt haben.

Außerdem könne der Linken-Politiker ein wichtiges Beweismittel nicht der Polizei übergeben. Der bei dem Überfall beschädigte Mantel sei ihm nach eigenen Angaben kurz nach der Tat gestohlen worden.

Auf die Vortäuschung einer Straftat drohen bis zu drei Jahren Haft.

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Kommentare (1)

Vielleicht haben einige seiner eigenen Genossen ihn ermuntert, mal was Tolles zu tun. Wenns klappt befördert es eine schnellere Parteikarriere.