Aufholprozess im Nordosten:

Milliarden für die Wirtschaft, aber die Lücken bleiben

Zuschüsse lockten viele Unternehmen an. Die Wirtschaftskraft hat sich verbessert, aber Unterschiede wird es weiter geben.

Das Landesförderinstituts (LFI) bewilligte in den vergangenen 20 Jahren insgesamt knapp 100 000 Förderprojekte hatten ein Gesamtvolumen von 12 Milliarden Euro.
Jens Büttner Das Landesförderinstituts (LFI) bewilligte in den vergangenen 20 Jahren insgesamt knapp 100 000 Förderprojekte hatten ein Gesamtvolumen von 12 Milliarden Euro.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hat den wirtschaftlichen Aufholprozess des nordostdeutschen Bundeslandes als beispiellos gewürdigt. „Wir sind ein hoch attraktives Bundesland. Unsere Städte erstrahlen in neuem Glanz. Die Arbeitslosigkeit ist auf dem niedrigsten Stand seit der Deutschen Einheit“, sagte Sellering am Montag anlässlich eines Festaktes zu 20 Jahren Landesförderinstitut (LFI).

Allein in die Wirtschaftsförderung des Landes flossen seit 1994 gut 7,23 Milliarden Euro öffentliche Gelder, damit wurden mehr als 60  000 neue Arbeitsplätze geschaffen, wie Robert Fankhauser, Mitglied der Geschäftsführung des LFI, sagte. Hinzu kamen mehr als 2 Milliarden Euro Zuschüsse für den Wohnungs- und Städtebau sowie 562 Millionen Euro Förderung in den Bildungsbereich.

Das verarbeitende Gewerbe ist unterrepräsentiert

Das in Schwerin ansässige Institut war 1994 von der Nord/LB eingerichtet worden, um im Auftrag der Landesregierung die Förderung abzuwickeln. Insgesamt knapp 100 000 bewilligte Förderprojekte hatten ein Gesamtvolumen von 12 Milliarden Euro, wie Fankhauser sagte.

Als wichtige Kennziffer für den wirtschaftlichen Aufholprozess gilt das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Im Jahresdurchschnitt stieg das BIP pro Erwerbstätigen in MV um 2,5 Prozent und lag damit über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 1,7 Prozent Wachstum, bilanzierte Fankhauser. Die Lücken zum Westen seien zwar kleiner geworden, würden sich aber nicht vollends schließen lassen, erklärte Fankhauser. Der Grund sei die Wirtschaftsstruktur im Nordosten. Trotz der insgesamt positiven Entwicklung der vergangenen zwei Jahrzehnte sei das verarbeitende Gewerbe in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Anteil von nur zehn Prozent an der Bruttowertschöpfung weiter deutlich unterrepräsentiert. Der deutsche Durchschnitt liege hier bei knapp 22 Prozent.

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