Fischsterben in der Peene:

Minister: Bioethanol-Austritt war "erheblicher Unfall"

Vor zweieinhalb Wochen verendeten Tonnen von Fischen in der Peene. Jetzt machte sich Agrar- und Umweltminister Backhaus ein Bild von der Lage vor Ort. Von der Zuckerfabrik forderte er größtmögliche Transparenz.

Stefan Sauer Nach Angaben von Agrarminister Till Backhaus wurden allein von den Behörden nach dem Massensterben 4,4 Tonnen toter Fisch entsorgt.

Überschattet vom massenhaften Fischsterben in der Peene vor zweieinhalb Wochen hat die Anklamer Zuckerfabrik am Mittwoch mit der diesjährigen Rübenverarbeitung begonnen. Das Unternehmen hatte eingestanden, dass aus der Anlage große Mengen Bioethanol über das Rohrsystem in die Peene geflossen waren.  "Die Zuckerfabrik muss alles zum Schutze der Umwelt und des Grundwassers tun. Ansonsten bekommen wir eine Auseinandersetzung, die dazu führt, dass die Zuckerfabrik sich gegebenenfalls selbst aufs Spiel setzt", sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Mittwoch bei einem Vorort-Termin in Anklam.  

Scheck für Binnenfischereiverband

Die Umwelt sieht Backhaus durch die Einleitung von großen Mengen Bioethanol in die Peene nach erster Einschätzung nicht nachhaltig geschädigt. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei hatte Fische untersucht, die vor vier Tagen in dem betroffenen Abschnitt der Peene geangelt wurden. Dabei seien weder bei lebenden noch toten Fischen Schwermetalle,  Pflanzenschutzmittel oder Rückstände von Ethanol gefunden worden. "Die Fische sind vermarktungsfähig." Den Bioethanol-Austritt bezeichnete Backhaus als erheblichen Unfall. "Wir haben es aber nicht mit einer Umweltkatastrophe zu tun. Dafür hätte mehr  als ein Landkreis betroffen sein müssen", widersprach er der Grünen-Agrarexpertin Ursel Karlowski.

Nach Angaben von Backhaus wurden von den Behörden nach dem Massensterben 4,4 Tonnen toter Fisch entsorgt. Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen sei nun, wie das Ethanol aus dem System in die öffentliche Entwässerung gelangen konnte und wer dafür verantwortlich sei. Dem Binnenfischereiverband überreichte Sauer einen Scheck von 3000 Euro als ersten Ausgleich für den Schaden.

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Kommentare (4)

4,4 Tonnen toter Fisch - wohl gemerkt, nur der entsorgte Fisch ist das - sind keine Umweltkatastrophe? Man sollte vielleicht bei solchen Aussagen nicht immer stur auf irgendwelchen bürokratischen Definitionen pochen, Herr Minister.

jedem kleinunternehmen hätte man sofort die betriebserlaubnis entzogen und alle in den knast....aber hier sieht man wieder mal das eine krähe der andern ......

Aus meinersicht war es klar das es so endet, Ich meine das es wichtige Arbeitsplätze für die Region sind ist bekannt, dennoch ist dies kein freifahrtschein für illegale entsorgung oder ähnliches, auch diese müssen zur rechenschaft gezogen werden, aber mir war klar das dieser vorfall nachdem der Forfall gelaufen ist heruntergespielt wird, DAS IST POLITIK! Zuerst wird nach Ehrenamtlern gerufen die umsonst Arbeiten um dann zu sagen ne das war nur ein Kleiner Unfall. Tip das nächste mal Warten bis sich einer der Politiker freiwillig meldet und 4,4 Tonnen Fisch abfischt dann sieht er auch mal was das für außmaße sind, denn wenn keiner die Außmaße direkt sieht kann er sich diese auch nicht forstellen. Baggerfahren kann er also wird er wohl auch Fische abkeschern hinbekommen, der liebe Herr Backhaus!!!

3000€ keine Schäden für Pene und natur sowie den Fischbestand! Wir Töten einen Fischbestand, Beseitigen den für uns sichtbaren Schaden, lassen einen Politiker kommen der sagt hier lässt sich aus meiner Sicht kein Schaden erkennen, Zahlen mit Papier oder Baumwollscheinen und haben kein Problem! unsere Welt wird immer Trauriger!!! Wenn wir eine große Firma haben sagen wir mal so 250 Mitarbeiter, Leiten ein Gift hinein das alle 250 Mitarbeiter sterben, räumen diese weg, lassen ein Par menschen mal dadurch laufen und sich die anlage anschauen, politiker kommen sehen keine toten Mitarbeiter, sagen diese dann auch hier ist kein Schaden zu erkennen? zahlen wir dannauch mit ein paar Kröten und alles ist ok! Läuft der betrieb auch so wie Vorher oder muss dann erst über jahre ein funktionierendes Team gebildet werden? Ist das mit dem Fischbestand vieleicht auch so das die Toten Fisch jetzt im Bestand auch Fehlen warum sind die Meere LLehr gefischt weil keine Zeit ist in der sich die Populationen neu bilden müssen! Ich möchte mich für das Makabere Beispiel entschuldigen aber ich hab das Gefühl das die Situation nicht ganz verstanden wird vorallem von den Menschen die für uns Sprechen sollten die wir gewählt haben!