Plädoyers erwartet:

Mordete der Rostocker aus gekränkter Eitelkeit?

Eine 23 Jahre alte Frau wird von ihrem Ex-Freund getötet. Sie wollte nicht mehr mit ihm - dem offensichtlich perspektivlosen Vater der gemeinsamen Tochter - zusammen sein.

Der 29 Jahre alte Angeklagte wird von seiner Anwältin Katja Milewski in das Landgericht begleitet. Der Rostocker soll im April seine ehemalige Lebensgefährtin und Mutter der gemeinsamen vierjährigen Tochter erstochen haben.
Joachim Mangler Der 29 Jahre alte Angeklagte wird von seiner Anwältin Katja Milewski in das Landgericht begleitet. Der Rostocker soll im April seine ehemalige Lebensgefährtin und Mutter der gemeinsamen vierjährigen Tochter erstochen haben.

Im Prozess vor dem Landgericht Rostock gegen einen 29-Jährigen wegen des Mordes an seiner früheren Lebensgefährtin hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Sie sah es als erwiesen an, dass der Mann Ende April im Rostocker Stadtteil Lütten Klein die 23 Jahre alte Frau zunächst gewürgt und dann mit mehreren Stichen in Bauch, Rücken und Hals getötet hatte. Er habe die Frau, die auch die Mutter der gemeinsamen heute fünfjährigen Tochter war, aus gekränkter Eitelkeit getötet, führte die Staatsanwältin aus. Die Nebenkläger-Vertreterin, die im Namen der Tochter und der Mutter des Opfers spricht, schloss sich diesem Antrag an.

Laut Anklage hatte sich die junge Frau erst kurze Zeit vor der Tat von dem Mann getrennt, da er keine beruflichen Perspektiven hatte. Außer in der Bundeswehrzeit war der Mann noch keiner regelmäßigen Beschäftigung nachgegangen. Die Frau hingegen stand kurz vor dem Abschluss einer Ausbildung in der Gastronomie und hatte sich zudem noch frisch verliebt. Nach Überzeugung der Anklage sind bei der Tat die Mordmerkmale Heimtücke und niedrige Beweggründe erfüllt worden. Die Verteidigerin plädierte dagegen auf Totschlag und forderte zwölf Jahre Haft.

Angeklagter gestand die Tat

Beim Prozessauftakt hatte der Angeklagte gestanden, seine Freundin zunächst gewürgt und dann mit einem Messer getötet zu haben. An den genauen Tatablauf konnte er sich nach eigenen Angaben vor Gericht jedoch nicht erinnern - er wisse nur noch, wie er das Messer aus dem Bauch und dem Hals des Opfers gezogen habe. Er sagte, er habe der toten Frau die Haare aus dem Gesicht gestrichen und ihr noch einen Kuss gegeben.

Vor der Tat habe er noch vergeblich versucht, die Beziehung wieder zu kitten. Die Ex-Freundin habe jedoch immer nur von ihrem neuen Freund erzählt. Damit habe er nicht umgehen können. Das Urteil soll am 13. November verkündet werden.

Bereits Anfang Dezember beginnt vor dem Landgericht ein weiterer Prozess wegen der Tötung einer 32-jährigen Frau. Wegen Totschlags angeklagt ist ein 35-jähriger Mann, der seine Freundin getötet und in einem Wald bei Rostock-Lichtenhagen vergraben haben soll. Dort war sie mehrere Wochen später gefunden worden.

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