Waldverschmutzungen nehmen weiter zu:

Müll im Wald! Förster alarmiert

Vom alten Autoreifen bis hin zur ausgedienten Schrankwand ist alles dabei. Was eigentlich auf den Sperrmüll gehört, landet immer öfter im Wald. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch richtig teuer.

Immer öfter wird Müll im Wald illegal entsorgt
             
Patrick Pleul Immer öfter wird Müll im Wald illegal entsorgt  

Die Wälder der Region ziehen offenbar nicht nur Spaziergänger und Erholungssuchende an, sie werden immer häufiger auch zur illegalen Müllentsorgung missbraucht. Das zumindest stellen Forstamtsleiter quer durchs Land fest und klagen über Mehrarbeit für Forstmitarbeiter und Mehrkosten für die öffentliche Hand.

„Von Fernsehern über Kühlschränke bis hin zur Schrankwand haben wir schon alles gehabt“, sagt dazu Peter Hartwig, Leiter des Neubrandenburger Forstamtes. Meist liegen die Sperrmüllteile in der Nähe befahrbarer Wege, „da wo die Leute bequem rankommen“. Ob bei Streifengängen durch den Forst oder durch Hinweise von Waldbesuchern, immer wieder entdeckt er wilde Müllkippen ausgerechnet dort, wo sie garantiert nicht hingehören. Das bestätigt auch Fred Lockenvitz vom Forstamt Jägerhof mit Sitz in Greifswald. „Uns ärgert das gravierend, zumal die Abfallentsorgung doch eigentlich gut geregelt ist“, erklärt der Forstamtsleiter. Dennoch landen immer wieder Fernseher, Bauschutt oder Möbelstücke in den Wäldern. 

Die Bereinigung der Verschmutzungen gehen schnell ins Geld. Da die Landkreise dafür zuständig sind, müssen sie die eingesetzten Forstarbeiter bezahlen. „Da sind tausend Euro schnell zusammen“, verrät Fred Lockenvitz. Schließlich würden die Mitarbeiter tariflich bezahlt. Sie kosten den Landkreis damit pro Arbeitsstunde etwa 25 Euro. Im Jahr kommt da gut was zusammen. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald etwa stellt jährlich 10 000 Euro für die Beseitigung illegaler Abfälle in Wäldern zur Verfügung, insgesamt kostet die Beseitigung illegaler Müllkippen den Kreis und damit die Steuerzahler rund 80 000 Euro im Jahr.

Gut ist es da, wenn die Täter auf frischer Tat ertappt oder ermittelt werden. Das gelingt zwar nur selten, wenn es klappt, wird es aber teuer. 2000 Euro Strafe plus die Beseitigungskosten musste ein Unternehmer bezahlen, der seinen Bauschutt im Bereich des Forstamts Rothemühl entsorgt hatte. „Wir konnten ihn ermitteln, da gibt es kein Pardon“, sagt dazu Forstamtsleiter Peter Neumann. Allerdings räumt er ein, dass es sich dabei um einen „glücklichen Einzelfall“ handelte.

Auf Verunreinigungen anderer Art weißt mit Rüdiger Neise der Leiter des Forstamts Dargun hin. „Wir haben in diesem Jahr verstärkte Probleme mit Gartenabfällen“, erklärt er. Ob Heckenschnitt oder Laub, immer wieder treffen seine Mitarbeiter auf Müllberge, die viele sicher gar nicht dafür halten würden.

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