Mega-Plantage in Löcknitz:

Mutmaßliche Cannabis-Bauern kommen vor den Richter

In MV fliegen immer öfter größere Cannabis-Plantagen auf. Demnächst beginnt der Prozess gegen zwei Männer aus Polen. Sie sollen mit 3000 Pflanzen eine der größten Plantagen betrieben haben - in Löcknitz.

Die Cannabis-Pflanzen, die am 27. März in einer ehemaligen Kaserne in Löcknitz gefunden wurden.
Kriminalpolizeiinspektion Anklam Die Cannabis-Pflanzen, die am 27. März in einer ehemaligen Kaserne in Löcknitz gefunden wurden.

Am Landgericht Neubrandenburg beginnt bald der Prozess um eine riesige Cannabisplantage. Angeklagt sind zwei 40 und 42 Jahre alte Männer aus Stettin (Szczecin), denen Drogenhandel in großem Stil vorgeworfen wird. Sie sollen in einer ehemaligen Kaserne in Löcknitz (Kreis Vorpommern-Greifswald) eine Anlage mit 3000 Cannabispflanzen betrieben haben. Die Beschuldigten waren bei ihren als Tierfutterhandel getarnten Geschäften längere Zeit beobachtet und Anfang April festgenommen worden. Die Männer bestreiten die Vorwürfe. Ihnen drohen mehrjährige Haftstrafen.

Vermutlich gibt es noch mehr Täter

Untersuchungen in der Drogenszene zusammen mit polnischen Kollegen hatten die Ermittler auf die Spur gebracht, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes bei Schwerin. Die Ermittler vermuten noch eine größere Tätergruppe hinter der Plantage, die wohl erweitert werden sollte, wie der hohe technischem Aufwand vermuten ließ. So wurden allein 244 Lampen gefunden und ein Notstromaggregat installiert, das mit einer Mauer vor Blicken geschützt wurde.

"Ernte" hatte Marktwert von etwa zwei Millionen Euro

Solche Anlagen könnten nicht nur zwei Leute betreiben, hieß es beim LKA. Denn es müssten Pflanzen verschiedener Wachstumsstufen besorgt, gepflegt, geerntet, dann das Cannabis aufbereitet und die Drogen vertrieben werden. Die „Ernte“ aller Pflanzen hätte nach Schätzungen einen Marktwert von rund zwei Millionen Euro. Die Polizei vermutet, dass die Drogen in größeren europäischen Städten abgesetzt werden sollten.

Nach dem Großfund in Löcknitz wurden Fahnder auch in einer alten Kaserne in Dabel (Kreis Ludwigslust-Parchim) fündig: Dort flog eine Anlage mit bis zu 5000 Cannabispflanzen auf.

Ursprünglich sollte Prozessauftakt bereits am Mittwoch sein. Dieser verschiebt sich nun aber wegen Krankheit.

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