Als Anlageberaterin ausgegeben:

Mutmaßliche Lottogewinner-Betrügerin muss vor Gericht

Vor Gericht in Neubrandenburg wird eine bizarre Betrugsgeschichte verhandelt. Eine vor Fahndern untergetauchte Frau spürte einen Lottogewinner in Vorpommern auf. Er gab ihr mehr als eine Viertelmillion Euro, die sie anlegen sollte. Das Geld ist weg.

Peter Steffen

Fast ein Jahr nach ihrer Enttarnung muss sich eine mutmaßliche Betrügerin am 27. Januar in einem spektakulären Fall vor dem Landgericht Neubrandenburg verantworten. Der Beschuldigten wird von der Staatsanwaltschaft gewerbsmäßiger Betrug in 27 Fällen vorgeworfen, wie ein Sprecher des Landgerichtes sagte. Die 59-Jährige war 2010 wegen einer drohenden Haftstrafe untergetaucht, hatte danach aber trotzdem mehrfach einen Lottogewinner aus Vorpommern getroffen und soll ihn um mehr als 250 000 Euro erleichtert haben. Die Frau war im Februar 2013 von Zielfahndern des Landeskriminalamtes bei Barth (Kreis Vorpommern-Rügen) aufgespürt worden. Sie wohnte unter falschem Namen in einer Ferienwohnung.

Die Beschuldigte habe sich als Anlageberaterin ausgegeben und das Vertrauen des Lottogewinners aus dem Kreis Vorpommern-Greifswald sowie eines weiteres Ehepaares erschlichen, sagte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler. Der Gesamtschaden soll bei rund 284 000 Euro liegen. Wo das Geld geblieben ist, ist bis heute unklar. "Wir vermuten aber, dass vieles verbraucht wurde, beispielsweise um Zimmer oder Autos anzumieten", erklärte Zeisler.

Mann soll etwa ein Drittel seines Gewinns verloren haben

Die Tatverdächtige ist laut Staatsanwaltschaft keine Unbekannte. Sie sei schon 2009 in Ribnitz-Damgarten wegen Betrugs zu 15 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden, war aber bei Haftantritt verschwunden. Trotzdem lernte sie den 53-jährigen Lottogewinner kennen. Ausgangspunkt für die Bekanntschaft soll ein Medienbericht über den Lottogewinner gewesen ein. Experten raten Gewinnern, nicht jedem von ihrem Glück zu erzählen und sogar ein Konto in einer größeren Stadt einzurichten, falls man in einem kleinen Ort wohnt.

Der vertrauensselige Mann hatte das nicht beherzigt - er soll insgesamt etwa ein Drittel seines Gewinns eingebüßt haben. Er hatte der Frau bei regelmäßigen Treffen ab Ende 2010 bei Neubrandenburg 25 Mal Geld gegeben, damit sie es gewinnbringend anlege. Erst im April 2012 erstattete der Mann Anzeige.

Für den Prozess ist nur ein Verhandlungstag geplant, es sind drei Zeugen - darunter der Lottogewinner - geladen. Die Beschuldigte muss im Fall einer Verurteilung mit einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen.

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