Seemann soll Neffen missbraucht haben:

Mutmaßlicher Sextäter zieht vor den BGH

Der Prozess gegen einen heute 44-jährigen Seemann wegen mehrfachen Missbrauchs seines Neffen beschäftigt im Februar den Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Der BGH soll nun darüber befinden, ob die Öffentlichkeit und die Schöffen falsch informiert worden seien.
dpa Der BGH soll nun darüber befinden, ob die Öffentlichkeit und die Schöffen falsch informiert worden seien.

Der Mann war im April dieses Jahres zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er nach Überzeugung des Landgerichts Rostock vom Jahr 2007 an bis Juli 2010 den anfangs elfjährigen Jungen neunmal missbraucht hat. Die Verteidigung hatte Revision unter anderem wegen möglicher Verfahrensfehler eingelegt. Nach Angaben der Verteidigung vom Dienstag besteht der Verdacht, dass die Öffentlichkeit und die Schöffen vom Gericht nicht korrekt über zuvor erfolgte Absprachen informiert worden seien.

Laut Verteidigung enthielt die Anklageschrift gegen den Seemann zunächst 15 Straftaten. Dazu habe es einen Deal zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung gegeben. Der Neffe sei dann noch einmal vernommen worden. Daraufhin wurde diese Anklage zurückgenommen und auf 48 Missbrauchsfälle ausgedehnt. Bei der Urteilsbegründung habe der Vorsitzende Richter gesagt, es habe zu dieser Anklage keine Absprachen gegeben. "Dies war schlichtweg falsch, weil in diesen 48 Taten die zuvor angeklagten 15 mitenthalten waren", betonte die Verteidigung.

Der BGH müsse nun darüber befinden, ob die Öffentlichkeit und die Schöffen falsch informiert worden seien. "Möglicherweise hätten die Schöffen anders entschieden, wenn sie von der Absprache gewusst hätten." Der Mann hatte sich während des Prozesses nicht zu den Vorwürfen geäußert. Er wurde letztlich wegen neun Missbrauchsfällen bis zum 14. Geburtstag des Neffen verurteilt.

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