Stiftung gegründet::

MV als Heimat des deutschen Naturfilms

Der Darß will sich als Zentrum der Szene profilieren. Das jährliche Festival soll ab dem kommenden Jahr von einer Stiftung veranstaltet werden.

Vielerorts in MV können derzeit wieder Kraniche beim Sammeln beobachtet werden. Bald fliegen Sie ab in den Süden.
Patrick Pleul Vielerorts in MV können derzeit wieder Kraniche beim Sammeln beobachtet werden. Bald fliegen Sie ab in den Süden.

Kraniche über Mecklenburg-Vorpommern, Biber an der Peene, Bären in Alaska oder auch die Zerstörung des Regenwalds: Tier- und Umweltfilme sind fast immer Quotenrenner. Doch den Machern fehlt es an Geld, Vernetzung und Kommunikation untereinander. Grund genug, in Mecklenburg-Vorpommern die Deutsche Naturfilm-Stiftung ins Leben zu rufen, die offiziell im Januar 2017 ihre Arbeit aufnimmt. Getragen wird sie vom Förderverein Nationalpark Boddenlandschaft und von der Deutschen Wildtierstiftung, die unter anderem in Vorpommern das "Tal der Hirsche" unterhält.

„Der Naturfilm soll eine richtig gute Heimat finden, und das soll MV werden“, sagte Umweltminister Till Backhaus bei der Vorstellung des Projektes am Dienstag in Schwerin. Mit dem Darßer Filmfestival im Nationalpark Boddenlandschaft sei gewissermaßen die DNA des Deutschen Naturfilms herangereift. Das ist auch eine der Hauptaufgaben der neuen Stiftung: das Festival zu stemmen, das mit rund 250 000 Euro zu Buche schlägt und weltweit zu den hochkarätigsten zählt. "Der Naturfilm begeistert Menschen für die wildlebende Tier- und Pflanzenwelt und sensibilisiert sie für deren Schutz", begründete Vorstand Fritz Vahrenholt das Engagement seiner Wildtier-Stiftung.

Filme sollen besser werden

Erklärtes Ziel ist es laut Backhaus einerseits, den Stellenwert des Naturfilms bei den Machern, Sendern, beim Publikum, aber auch im Naturschutz und in der Politik zu erhöhen. "Die Stiftung soll engagierten Naturfilmern Rückenwind verschaffen. Mit Intendanten, Programmdirektoren will sie über Verantwortung, Etats und Sendeplätze debattieren." Anderseits solle sie dazu beitragen, die Qualität der Filme weiter zu verbessern – durch Erfahrungsaustausch, Forschung und die Auszeichnung der Besten. Schon heute sei die Verleihung des Deutschen Naturfilmpreis ein fester Bestandteil des Darßer Naturfilmfestivals. Inzwischen bewerben sich jedes Jahr rund 100 aktuelle Produktionen. Der Hauptpreis ist der höchstdotierte in ganz Deutschland: 20 000 Euro.

Ab dem 5. Oktober startet die die diesjährige Auflage des Festivals. Neu ist die Auslobung eines Nationalen Jugendfilmpreises. Erwartet werden etwa 4000 Besucher, darunter 100 akkreditierte Fachleute. "Das macht die Dimension deutlich – in ganz Deutschland gibt es gerade mal 500 Naturfilmer", so Jan Baginski vom Förderverein Nationalpark.

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