Flüchtlinge:

MV bearbeitet Asylanträge am schnellsten

Es sind längst nicht mehr so viele Flüchtlinge wie Ende 2015, die derzeit nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Das Land kommt mit dem Zustrom anscheinend gut zurecht.

Notunterkünfte wie Turnhallen werden nach Angaben des Innenministeriums nicht mehr genutzt.
Jens Büttner Notunterkünfte wie Turnhallen werden nach Angaben des Innenministeriums nicht mehr genutzt.

Im ersten Monat des Jahres 2016 sind nach Angaben des Schweriner Innenministeriums rund 1800 Asylbewerber in Mecklenburg-Vorpommern neu registriert worden. Das waren zwar mehr als zu Beginn des vorigen Jahres, aber deutlich weniger als in den letzten Monaten 2015. Von Oktober bis Dezember kamen monatlich mehr als 4000 Flüchtlinge nach Mecklenburg-Vorpommern, so dass sich deren Zahl zum Jahresende auf 23 080 summierte. Das waren so viele wie in keinem Jahr zuvor. Wie viele dieser Asylsuchenden im Land blieben, dazu gibt es bislang keine Angaben.

Bereits nach wenigen Tagen können Flüchtlinge die Erstaufnahme verlassen

Laut Innenministerium warten Flüchtlinge im Schnitt nur vier Werktage, bis sie ihren Asylantrag stellen und weitere zwei Tage bis sie die Erstaufnahme verlassen können. „Nirgendwo werden Asylanträge schneller bearbeitet als in Mecklenburg-Vorpommern“, betont Innenminister Lorenz Caffier (CDU).

Die Asylsuchenden kommen dann in die vom Land betriebenen Wohnaußenstellen in früheren Kasernen in Basepohl und Fünfeichen (Mecklenburgische Seenplatte) bevor sie auf die Kommunen verteilt werden. Diesen „Puffer“ hatte das Land geschaffen, um Städten und Gemeinden mehr Zeit für die Bereitstellung von Wohnraum zu lassen. Notunterkünfte werden nach Angaben des Innenministeriums nicht mehr genutzt.

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Kommentare (1)

Je schneller ein Asylantrag bearbeitet ist, desto schneller ist ein Einwanderer im HartzIV-Status. Somit entfällt die Residenzpflicht und er verlässt MV. Nach Aussage der Arbeitsagentur MSE verschwinden ca. 80% aus der ländlichen Region. (O.g. fehlende Angaben.) Erst Mitte Januar hat sich Sellering gegen eine Wohnsitz-Auflage für anerkannte Flüchtlinge ausgesprochen. Warum wohl? Das nennt man auch Sankt-Florian-Politik, die Probleme werden in andere Bundesländer verschoben. Es stehen ja auch Landtagswahlen an...