Sirenen und Handy-App sollen helfen:

MV hat Lücken im Warnsystem

Der Amoklauf von München hat die Frage nach wirksamen Warnsystemen für die Bevölkerung aufgeworfen. Nach Angaben des Innenministeriums gibt es in MV derzeit kein flächendeckendes Warnsystem mit Weckeffekt.

Die App Nina wurde vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelt und soll vor allem dann helfen, wenn Sirenen und Rundfunk die Bevölkerung bei drohenden Gefahren nicht erreichen.
Bernd Wüstneck Die App Nina wurde vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelt und soll vor allem dann helfen, wenn Sirenen und Rundfunk die Bevölkerung bei drohenden Gefahren nicht erreichen.

Bei großen Naturkatastrophen, Amokläufen oder Terroranschlägen kann die Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern bislang nur unzureichend alarmiert werden. Durch den Abbau des Sirenensystems existiert derzeit kein einheitliches flächendeckendes System mit Weckeffekt, um auf drohende Gefahren aufmerksam zu machen, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums.

Abhilfe in MV soll neben dem Wiederanbau von Sirenen eine Handy-App schaffen. Erst Anfang Juli hatte das Land das Katastrophenschutzgesetz entsprechend novelliert. Demnach sind vor allem Warnsysteme erforderlich, die auch in den Nachtstunden jederzeit die Bevölkerung auf drohende Gefahren aufmerksam machen.

Theoretischer Abdeckungsgrad von 90 Prozent

Rund 30 Prozent der Bewohner in MV können nach Angaben des Innenministeriums im Katastrophenfall nicht per Sirenensignal „geweckt“ werden. Die App Nina (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes) kann nach Ansicht des Ministeriums die Lücke füllen.  Erhebliches Manko sei, dass die kostenlose NINA-App der Bevölkerung noch nicht in ausreichendem Maße bekannt sei.   

Die App kann nach Angaben des Ministeriums auf jedem Smartphone installiert werden. Der theoretische Abdeckungsgrad liege damit bei 90 Prozent. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sagte: „Ich kann mir vorstellen, dass wir gemeinsam mit dem Landesfeuerwehrverband eine Informationskampagne zum Thema durchführen.“

Der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Peter Ritter, hält die Warn-App für richtig. Allerdings sieht er Probleme bei den Handynetzen in MV. „In einem Funkloch nutzt eine Warn-App wenig.“

Kommentare (3)

Und wer garantiert uns, dass NINA wirklich nur das macht, was ihr Name unterstellt? Die Garantie bitte einklagbar und persönlich haftend vom Garantiegeber für die gesamte Lebenszeit des Smartphones ab Erstinstallation der App.

Auf jeden Fall muss die App den Standort abgreifen, sonst wird das nichts mit der Warnung. Wer möchte schon über einen Großbrand so 30 km weit weg informiert werden. Aber SICHERHEIT, ja die schreibt der Deutsche groß! Und bevor auch nur eine App ggf. auf seinem Smartphone umhergeistert und seine informationellen etc. Rechte verletzt - da verzichtet er tapfer. Nun, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist scheinbar nicht so recht vertrauenswürdig; wer weiß, was es alles so mit der App vorhat ... Und so bedarf es schon einer lebenslangen ... Weil ich grad "leben" schrieb: Ist eigentlich nicht ein Jeder irgendwie verpflichtet, sein Leben und das seiner Liebsten etc. zu schützen? Und sei es mit einer App, von der man doch nicht ganz so suuuuupi überzeugt ist, dass sie nur die Marke des Handys ausliest ... Sicherheit an allen Ecken und Ende gibt es nicht! Und egal, wie kompliziert man sich sorgt und Stellen zum Mahnen sucht: Aus dem Leben kommt Keiner von uns lebend raus! Sucht also einen praktikablen, pragmatischen Weg, es nicht durch Unwissenheit zu Unwetterlagen etc. zu verkürzen!

Das Warnsystem KATWARN hat in München beim Amoklauf eines Deutsch-Iraners zu Panik geführt (Gott sei gedankt dass die SMS wegen Netz-Überlastung nicht an alle ging). In mehreren Stadtteilen in München waren angeblich Schüsse zu hören und Terroristen unterwegs. Die Polizei rhabarberte öffentlich von mehreren Tätern mit Langwaffen. Der öffentliche Nahverkehr wurde eingestellt, weil Panik und öffentliches Informationschaos herrschte. In einigen Stadtteilen weit weg vom Geschehen am Münchner Olympiapark begann das große Laufen. Wenn koordinierte Panikmache die Antwort für mehr Sicherheit sein soll, dann bin ich in einem gut funktionierenden Irrenhaus.