Flüchtlingskrise als Argument:

MV-Politiker wollen Zivildienst wieder zur Pflicht machen

Jungen Menschen schade es nicht, nach der Schule Dienst an der Gesellschaft zu leisten, findet der Rostocker CDU-Abgeordnete Eckhardt Rehberg. Parteifreund Lorenz Caffier bläst ins gleiche Horn.

Rainer Jensen/Axel Heimken Die beiden CDU-Politiker Eckhardt Rehberg (links) und Lorenz Caffier sorgen mit ihren Überlegungen zur Wiedereinführung eines Pflichtjahres bundesweit für Schlagzeilen.

Vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise haben Unionspolitiker ein soziales Pflichtjahr für junge Menschen in Deutschland ins Gespräch gebracht. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sagte in Schwerin, die Aussetzung der Wehrpflicht vor vier Jahren habe in vielen Bereichen Lücken gerissen, wo bis dahin Zivildienstleistende eingesetzt waren. Aufgrund des derzeitigen ungebremsten Zustroms von Flüchtlingen solle nun über ein Pflichtjahr für junge Männer und Frauen nachgedacht werden.

Der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der Rostocker CDU-Abgeordnete Eckhardt Rehberg, sagte, jungen Menschen schade es nicht, nach der Schule Dienst an der Gesellschaft zu leisten. "Ich glaube, dass der massive Zustrom von Flüchtlingen, aber auch dann nachher die Integration, nicht nur über Ehrenamtliche zu leisten sein wird." Zuvor hatten mehrere Medien über die Äußerungen beider Politiker berichtet.

Kritik kam von der Opposition im Schweriner Landtag. Der Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Jürgen Suhr, nannte die Forderung nach einer Dienstpflicht weltfremd und überholt. "Die derzeit anspruchsvolle Situation in der Flüchtlingsversorgung sollte weiterhin mit der breiten Unterstützung aus der Gesellschaft gemeistert und nicht durch aufgezwungene Maßnahmen gelöst werden", sagte er. Die Landesvorsitzende der Linken, Heidrun Bluhm, meinte: "Wer die Akzeptanz des Grundrechts auf Asyl in der Bevölkerung verringern will, ist mit der Forderung nach einer Zwangsverpflichtung auf dem richtigen Weg." Eine Dienstpflicht sei ein massiver Eingriff in die Freiheitsrechte von Jugendlichen.

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