Erstaufnahme überfüllt:

MV sucht neue Standorte für Flüchtlinge

Wo finden Flüchtlinge vorübergehend ein Zuhause? Bislang gibt es in Mecklenburg-Vorpommern nur eine Erstaufnahmeeinrichtung mit einer Außenstelle. Doch die Zahl der Flüchtlinge steigt weiter.

Wo sollen Flüchtlinge untergebracht werden? Diese Frage beschäftigt die Landesregierung in MV.
Harald Tittel Wo sollen Flüchtlinge untergebracht werden? Diese Frage beschäftigt die Landesregierung in MV.

Das Innenministerium in Schwerin sucht auf Grund der hohen Flüchtlingszahlen nach Standorten für weitere Erstaufnahmeheime. Das bestätigte jetzt Ministeriumssprecherin Marion Schlender. Bislang gibt es erst eine Erstaufnahmeeinrichtung in Horst bei Boizenburg und eine Außenstelle bei Schwerin.

„Selbstverständlich sondiert das Innenministerium weitere Unterbringungsmöglichkeiten“, sagte Schlender. Die Landesregierung gehe davon aus, dass der Zustrom von Asylbewerbern nach Deutschland im zweiten Halbjahr zunehmen werde. Das bedeute bei der Unterbringung hohe Herausforderungen. Aus diesem Grund sei bereits die Außenstelle in Stern Buchholz mit insgesamt 450 Plätzen eingerichtet worden. „Konkrete Entscheidungen gibt es noch nicht“, so die Sprecherin. Wichtig sei, dass die Kommunen ausreichend Plätze vorhalten, damit die Asylbewerber die Erstaufnahmeeinrichtung auch zügig wieder verlassen können.

2015 wird mit 8200 Flüchtlingen in MV gerechnet

In der Erstaufnahmeeinrichtung Horst sind inzwischen rund 850 Flüchtlinge untergebracht – statt der vorgesehenen 650. Neben den regulären Unterkünften würden inzwischen auch Sport-, Fernseh- und andere Gemeinschaftsräume als Schlafstätten genutzt.

Laut Ministerium haben im ersten Halbjahr 2015 in Mecklenburg-Vorpommern 4370 Menschen Asylanträge gestellt: fast so viele wie im gesamten Jahr 2014. Wegen der zunehmenden Zahlen steigen auch die Ausgaben. Für 2015 sind 51,6 Millionen Euro vorgesehen. Nach dem Königsteiner Schlüssel bekommt MV zwei Prozent aller Asylbewerber in Deutschland zugeteilt. Der Bund rechnet für 2015 mit etwa 450 000 Antragstellern. Das wären 8200 für den Nordosten.