Pegia-Ableger:

Mvgida ändert den Kurs

Kommende Woche soll es landesweit nur noch eine Demonstration gegen die Islamisierung des Abendlandes geben. Damit ändern die Veranstalter ihre Strategie.

Anhänger der Anti-Islam-Bewegung Mvgida (Mecklenburg-Vorpommern gegen die Islamisierung des Abendlandes) marschierten in Schwerin, Rostock und Stralsund. Die Aufzüge der Pegida-Ableger wurden von zahlreichen Gegenaktionen begleitet. Nun ändert die Mvgida ihr Vorgehen.
Jens Büttner Anhänger der Anti-Islam-Bewegung Mvgida (Mecklenburg-Vorpommern gegen die Islamisierung des Abendlandes) marschierten in Schwerin, Rostock und Stralsund. Die Aufzüge der Pegida-Ableger wurden von zahlreichen Gegenaktionen begleitet. Nun ändert die Mvgida ihr Vorgehen.

Der Pegida-Ableger aus MV will künftig nur noch in einer Stadt im Land am Montagabend demonstrieren. Das gaben die Organisatoren am Donnerstag auf ihrer Facebook-Seite bekannt, nachdem am vergangenen Montag erstmals so genannte Abendspaziergänge in Schwerin und Stralsund über die Bühne gegangen waren. Viele Gegendemonstranten, die zahlenmäßig weit überlegen waren und die sich für Weltoffenheit und Toleranz aussprachen, hatten sich den Mvgida-Anhängern in den Weg gestellt. Auch zu tätlichen Auseinandersetzungen war es gekommen.

Jetzt will Mvgida am kommenden Montag nur in Stralsund demonstrieren. Als Grund gaben die Organisatoren an, Kräfte bündeln zu wollen. Geplant ist offenbar, die Demonstrationen immer jeweils montags in einer anderen Stadt im Nordosten zu inszenieren.

Gegendemo bereits angemeldet

Die Rede ist vor allem von Schwerin, Wismar, Rostock und Stralsund. In Rostock war eine Demo am vergangenen Montag abgesagt worden, nachdem dort zahlreiche Menschen gegen die islamfeindliche Bewegung auf die Straße gegangen war. Die neuen Pläne finden auf Facebook sowohl Zuspruch als auch Ablehnung unter den Anhängern. Stralsund ist für manchen unter ihnen wenig gut gewählt, da es nicht zentral liege. Nach Informationen unserer Zeitung stammen die Initiatoren des MV-Ablegers vor allem aus der Hansestadt.

Ein Sprecher des Landkreises Vorpommern-Rügen sagte gegenüber dem Nordkurier, dass am Donnerstag ein Aufmarsch von Mvgida angemeldet worden ist. Einen Tag zuvor hat auch Bündnis90/Die Grünen eine Demo in Stralsund angemeldet. Zusätzlich gebe es Anträge für sieben Mahnwachen. Geprüft werde noch, wo die Demos jeweils stattfinden sollen.

Rechtsextreme auf Demonstrationen dabei

Bei den Mvgida-Aufmärschen in Schwerin und Stralsund waren auch viele Funktionäre und Anhänger der rechtsextremen NPD sowie aus der sogenannten Kameradschaftsszene beobachtet worden.

Die Organisatoren haben sich nun laut ihrer Facebook-Seite darauf geeinigt, „den Einsatz des Banners ,Asylflut stoppen‘ zu unterbinden“. Dafür gibt es Zuspruch, aber auch Widerspruch. So wird nach Nordkurier-Informationen aus NPD-nahen Kreisen ganz offen der demokratischen Grundordnung und dem deutschen Staat der Kampf angesagt: „Habt endlich den Schneid, nicht nur die Symptome zu bekämpfen, schafft endlich die Krankheit und die Grundlage des Schlechten ab, diesen selbsternannten BRD-Staat!“

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