Missbrauch an Elfjähriger :

Mutmaßlicher Sextäter in Psychiatrie eingewiesen

Die Kinder sind bis heute traumatisiert: Auf einer Landstraße bedroht ein Mann zwei Mädchen, eine der beiden Elfjährigen zerrt er in ein Feld und vergeht sich an ihr. Nun muss der Täter in eine Psychiatrie.

Ein mutmaßlicher Täter soll zwei Mädchen gejagt und später eines von ihnen vergewaltigt haben.
Patrick Pleul Ein mutmaßlicher Täter soll zwei Mädchen gejagt und später eines von ihnen vergewaltigt haben.

Ein halbes Jahr nach dem Überfall auf zwei Mädchen bei Klein Zastrow (Vorpommern-Greifswald) hat das Landgericht Stralsund für den 48-jährigen Sexualtäter eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik angeordnet. Das Gericht begründete die Entscheidung am Dienstag mit der bestehenden Wiederholungsgefahr. Der in Greifswald geborene Mann hatte die beiden Elfjährigen am 30. Mai auf der Landstraße nach Sestelin abgefangen, mit einem Messer bedroht und eines der Mädchen an den Haaren in ein Feld gezogen. Dort hatte er das Kind, das inzwischen verängstigt seinen Widerstand aufgegeben hatte, zu erheblichen sexuellen Handlungen gezwungen.

Täter: Intelligenzquotienten von unter 50

Nach Auffassung des Gerichtes war der in seiner Intelligenz stark eingeschränkte Mann schuldunfähig, sagte ein Sprecher am Dienstag. Der Mann hat laut Gutachter einen Intelligenzquotienten von unter 50. Zuvor war der Mann noch nicht straffällig geworden. Das Gericht geht aber davon aus, dass er wegen seiner eingeschränkten geistigen Fähigkeiten nicht in der Lage ist, das sexuelle Handeln an Kindern als Unrecht zu verstehen und moralisch zu bewerten. Daher bestehe eine negative Kriminalprognose, sagte der Sprecher.

Die Psychatrie als letzter Ausweg

Staatsanwaltschaft, Verteidiger und Nebenklage hatten auf eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus plädiert. Nach der Verlesung der Antragsschrift war die Öffentlichkeit vom Verfahren ausgeschlossen worden. Der Mann war vier Tage nach der Tat festgenommen worden. Eine Personenbeschreibung der Mädchen und eine öffentliche Fahndung hatten die Ermittler auf seine Spur gebracht. In der polizeilichen Vernehmung hatte er die Taten gestanden. Seitdem saß er in einer forensischen Klinik ein. Die Mädchen seien bis heute von dem Geschehen traumatisiert und müssten psychologisch betreut werden, sagte der Anwalt, der die Mädchen als Nebenkläger vertritt.

 

Weiterführende Links

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung