Imker in MV:

Nachfrage nach lokalem Honig steigt

Der Raps steht kurz vor der Blüte. Eigentlich eine gute Zeit für Imker und ihre Bienen. Wäre da nicht der Kälteeinbruch. Doch es gibt auch Positives zu berichten.

Hobby-Imkerin Kathleen Benzin hat acht Bienenvölker.
Caroline Wenndorff Hobby-Imkerin Kathleen Benzin hat acht Bienenvölker.

Der Winter stattet Deutschland einen Besuch ab. Für Bienen kann das zum Problem werden. Denn auch wenn sie längere Kälteperioden gut aushalten würden, mit dem Wechsel zwischen warm und kalt hätten sie so ihre Probleme, sagt Torsten Ellmann, Vorsitzender des Landesimkerverbandes MV.

Die Bienen brüten bereits und müssen eine konstante Temperatur von 35 Grad Celsius im Stock halten. Das bedeutet, dass sie bei Kälte nicht ausfliegen können, um Pollen zu sammeln. Deshalb müssen Imker die Bienen jetzt mit Zuckersirup füttern.

Schlehen-Honig fällt aus

Doch dadurch gehe jetzt der Schlehen-Honig flöten, sagt Hobby-Imkerin Kathleen Benzin, denn die Schlehen würden gerade blühen. Erst ab zehn Grad Celsius können Bienen Blütennektar sammeln, so die Hobby-Imkerin, deren acht Bienenvölker in Liepen bei Kratzeburg Pollen sammeln.

Doch es gibt auch positives zu berichten: Über die Nachfrage können sich die Imker nämlich nicht beschweren. Die Nachfrage nach regionalen Produkten steigt - und damit auch der Preis von Deutschem Honig, denn der ist rar. Nur ein Viertel des hierzulande verbrauchten Honigs kommt aus Deutschland. Deswegen können Imker wie Kathleen Benzin derzeit 4,50 Euro für ein Glas verlangen.

Imkern ist In

Und die Imker beobachten noch mehr positive Trends: Ihr Hobby liegt nämlich voll im Trend. "Es werden mehr Imker und Bienenvölker", sagt Torsten Ellmann.

Aktuell gibt es rund 20 000 Völker in MV. Der Obstanbau wäre ohne die Bestäubung durch Bienen nicht denkbar. Der Vorsitzende des Landesimkerverbandes plädiert deswegen dafür, dass jeder was für Bienen tut.

Durch den Anbau von Astern, Mädchenauge und Salbei im Garten, kann für ein gutes Pollenangebot gesorgt werden. "Es liegt an uns, den Honig- und Wildbienen eine Heimat zu geben."

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Kommentare (2)

Leider schreiben Sie nicht ob es sich bei den 4,50 Euro um den Preis für ein 500g-Glas handelt. Dann wäre der Honig tatsächlich noch preiswert denn in manchen Supermärkten zahlt man für den zusammengepanschten Importhonig aus Nicht-EU-Ländern beinahe genausoviel.

Danke für den Hinweis. Es handelt sich in der Tat um ein 500g-Glas für 4,50 Euro, das Frau Benzin an Privatleute verkauft. Beste Grüße, Friederike Zörner