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Nachhaltige Fischzucht - ein Pilotprojekt in MV

Der Fischbedarf der Menschheit wächst unaufhaltsam, die Meere können ihn nicht mehr stillen. Die Lösung liegt in Aquakulturen. Am Dienstag treffen sich in Rostock Experten, um über die künftigen Möglichkeiten von Aquakulturen zu beraten.

Jens Büttner Afrikanische Welse: auch sie werden in MV gezüchtet.

In Rostock kommen am Dienstag mehr als 100 Experten zusammen, um über die Gründung und Ausrichtung eines Technologiezentrums für Aquakultur in Mecklenburg-Vorpommern zu beraten. Es wäre die erste Einrichtung dieser Art deutschlandweit. Ziel ist es, die Produktion von Fisch sowohl in landgestützten Anlagen als auch in offenen Gewässersystemen zu erhöhen und gleichzeitig die Umweltverschmutzung in Grenzen zu halten.

Aquakulturen sind schon heute für die Versorgung der Menschen mit Frischfisch unverzichtbar. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und dem zunehmenden Raubbau an den wildlebenden Fischbeständen wird der Bedarf an Fischkulturen an Land und in Küstennähe immer größer. Doch auch Aquakulturen sind für teils massive Umweltbelastungen verantwortlich.

Erste Anlage ihrer Art im Brackwasser

Dabei zeigt sich der Rostocker Meeresbiologe Florian Peine sicher, dass diese Kulturen umweltgerecht betrieben werden können. Dazu ist westlich von Rostock eine Versuchsanlage geplant. Unweit des künstlichen Riffs vor Börgerende soll mit ihr der Beweis angetreten werden, dass es durchaus möglich ist, trotz intensiver Fischmast das Wasser der Ostsee sauber zu halten. Gelingt es, dann wäre dies die erste Anlage ihrer Art weltweit in einem Brackwassergebiet. Bislang kommt es durch Futterreste und Ausscheidungen der Fische noch immer zu nachhaltigen Umweltbelastungen.

Dafür benötige er mit Miesmuscheln und Rotalgen zwei Helfer, umreist Peine sein Vorhaben. An langen Tauen will er unterhalb des Netzkäfigs Tausenden Miesmuscheln Halt bieten. Sie können so als Filter wirken und all das aufbereiten, was an Rückständen aus der Fischmast ansonsten weggespült werden würde.

EU und Land fördern das Pilotprojekt mit 1,4 Millionen Euro, an dem vier Lehrstühle der Rostocker Universität beteiligt sind. Gemeinsames Ziel ist es, gleichzeitig eine neue Generation von Netzgehegen zu entwickeln und sie so auszulegen, dass den Fischen optimale Haltungsbedingungen geboten und die Fütterungstechnologie optimiert werden.