1934 zwangsversteigert:

Nazi-Raubkunst auf Burg Schlitz vermutet

Hunderttausende Kunstwerke haben die Nazis hauptsächlich von Juden geraubt. Noch immer sind Werke verschollen. Nun führt eine Spur nach Mecklenburg-Vorpommern.

Der Nymphenbrunnen des Bildhauers Walter Schott (1861-1938) stand bis 1935 vor dem Mosse-Palais in Berlin.
Bernd Wüstneck Der Nymphenbrunnen des Bildhauers Walter Schott (1861-1938) stand bis 1935 vor dem Mosse-Palais in Berlin.

Bei der Suche nach Raubkunst aus der Sammlung des berühmten Berliner Zeitungsverlegers Rudolf Mosse (1843-1920) sind Forscher in mehreren Museen im In- und Ausland fündig geworden. Man sei in Gesprächen mit "weniger als zehn Museen", sagten die deutschen Anwälte der amerikanischen Mosse-Erbengemeinschaft, Jan Hegemann und Felix Stang. Alle Museen seien kooperativ. Keines der Häuser bezweifle, dass die Werke nach den internationalen Übereinkünften restituiert werden müssten. Zwei Kunstwerke wurden in Museen in Odessa (Ukraine) und Polen entdeckt.

Außerdem haben die Anwälte einen Zierbrunnen im Visier, der einst vor dem Mosse-Palais in Berlin gestanden habe. Der Nymphenbrunnen sei 1935 abgebaut worden und stehe seitdem im Park der heute als Hotel genutzten Burg Schlitz, die zwischen Waren und Teterow liegt. Gesprächsversuche mit dem Eigentümer seien bislang nicht zustande gekommen. Der Hotel-Eigentümer Armin Hoeck sagte dagegen auf Anfrage, bisher habe sich niemand mit ihm in Verbindung gesetzt. Er werde sich Gesprächen nicht verschließen.

Rudolf Mosse war ein deutsch-jüdischer Verleger, der als Kunstsammler über 400 Werke zusammengetragen hatte. Die Nationalsozialisten beschlagnahmten die Sammlung 1934 und zwangsversteigerten sie.

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