Test-Ergebnis:

Nervengift im Apfelmus durch faulige Früchte

Äpfel sind gesund, doch wie sieht es aus, wenn sie weiterverarbeitet wurden? Kontrollen in MV haben zu einem Giftfund geführt.

Wenn die Zutaten für Apfelsaft oder -mus faulig sind, kann sich gefährliches Schimmelpilzgift bilden.
zmkstudio - Fotolia.com Wenn die Zutaten für Apfelsaft oder -mus faulig sind, kann sich gefährliches Schimmelpilzgift bilden.

Apfelsaft und Apfelmus können das Schimmelpilzgift Patulin enthalten, wenn keine einwandfreien Früchte verarbeitet werden. Bei einer Untersuchung von neun Säften und zehn Sorten Mus im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock wurde in einer Mus-Probe die gesetzliche Höchstmenge für Patulin um mehr als 200 Prozent überschritten, teilte das Landesamt mit. In zwei Proben Apfelsaft sei das Nervengift ebenfalls entdeckt worden, jedoch deutlich unterhalb der erlaubten Höchstmenge.

Weitere Mängel bei den Säften sei in zwei Fällen eine falsche Kennzeichnung, zum Beispiel die unerlaubte Werbung "ohne Zuckerzusatz" sowie einmal eine Verdünnung mit Wasser. Mikrobiologisch seien alle sechs Apfelsäfte von Herstellern aus Mecklenburg-Vorpommern in Ordnung gewesen. Um welche Produkte es sich genau handelt, kann laut LALLF nicht veröffentlicht werden, da die gesetzliche Lage es nicht so einfach zulasse. Die Hersteller können immer verweigern, dass sie genannt werden. Allerdings müssen sie wegen der Beanstandungen mit Konsequenzen rechnen.

Die Wirkung des Giftes

Patulin kann zu Erbrechen und Verdauungsstörungen führen, außerdem soll es leberschädigend sein. Untersuchungen hätten gezeigt, dass das Gift in der Regel nur in den fauligen Stellen einer Frucht enthalten ist, nicht im gesunden Gewebe.

„Wir raten dazu, angefaultes Obst weder zu essen, noch weiter zu Kompott oder Konfitüre zu verarbeiten“, sagte Cornelia Trapp vom LALLF. Außerdem seien die Pilzgifte hitzestabil.

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