Die Rückkehr des Sparminator:

Neubrandenburg muss auf seinen Sparkommissar warten

Viele Kreise, Städte und Gemeinden stecken in akuter Finanznot. Das Innenministerium setzt vermehrt auf ein Rezept dagegen: externe Sparberater.

Mit der richtigen Taktik lässt sich viel Geld sparen. Auch kommunale Unternehmen sollen lernen, besser zu kalkulieren.
Jens Wolf Mit der richtigen Taktik lässt sich viel Geld sparen. Auch kommunale Unternehmen sollen lernen, besser zu kalkulieren.

Der Job des Sparkommissars für Neubrandenburg ist anscheinend unattraktiv. Nur zwei Bewerbungen sind bei einer öffentlichen Ausschreibung des Innenministeriums eingegangen – und noch ist keiner gefunden. 

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) setzt neuerdings häufiger auf externe Berater. Zuerst hielten die Sparberater Einzug in Schwerin, dann im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Nun soll auch Neubrandenburg einen bekommen. Überall wo er einbestellt wird, lautet der Grund: zu hohe Schulden.

Sechs Millionen sollen gespart werden

In Neubrandenburg hat der Sparkommissar eineinhalb Jahre Zeit, die Stadt aufs Sparen zu trimmen. Zwar hat die Stadt zuletzt einen ausgeglichenen Haushalt aufstellen können. Sie sitzt allerdings auf rund 105 Millionen Euro Altschulden. Laut Ausschreibung soll der Sparberater pro Jahr mindestens sechs Millionen Euro einsparen, um damit die Schuldenlast abzubauen.

Kommunale Betriebe sollen sparen

In der Ausschreibung ist bereits genannt, welche Bereiche hauptsächlich überprüft werden sollen. Vor allem kommunale Betriebe wie die Wohnungsgesellschaft Neuwoges und das Veranstaltungszentrum Neubrandenburg (VZN) müssen sich auf Streichungen einstellen. Außerdem stehen freiwillige Ausgaben für die Kultur- und Sportförderung auf dem Prüfplan.

In Vorpommern-Greifswald haben die Sparberater nach Meinung der Landrätin kaum neue Vorschläge machen können. „Insgesamt enthält das vorgestellte Material für uns nur wenige Überraschungen“, sagte Barbara Syrbe (Die Linke). Und was kostet so eine externe Expertise? Laut Ausschreibung will das Innenministerium nicht mehr als 207  000 Euro ausgeben.

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