Fotos von Gedenktafeln veröffentlicht:

Neubrandenburg stellt Namen toter Kriegsgefangener ins Internet

Die Stadt Neubrandenburg hat die Namen von 5549 Opfern des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Fünfeichen auf ihre Internetseite gestellt.

Screenshot Neubrandenburg hat auf der Seite der Stadt Fotos der Tafeln mit den Verstorbenen veröffentlicht.

Durch die als Fotos veröffentlichten Tafeln können Angehörige ihrer Toten aus zehn Ländern zwischen 1939 und 1945 gedenken, ohne extra nach Neubrandenburg kommen zu müssen, erklärte eine Sprecherin der Stadt am Dienstag. Die Toten, die damals anonym begraben wurden, kamen zu einem Großteil aus der ehemaligen Sowjetunion sowie aus Polen, Frankreich, Belgien, Niederlanden, Italien, Slowakei, Großbritannien, den USA und dem ehemaligen Jugoslawien. Ihre Namen waren erst durch jahrelange Forschung in Archiven ermittelt worden.

Die Stadt ließ die Namen auf 96 Metalltafeln anbringen, die am 9. Mai 2015 zum 70. Jahrestag des Kriegsendes auf der neu gestalteten Mahn- und Gedenkstätte feierlich enthüllt wurden. Das internationale Echo sei darauf enorm gewesen, erklärte die Sprecherin. Ein Fotograf habe die Tafeln fotografiert, die nun nach Nationen geordnet auf der Internetseite unter www.neubrandenburg.de/link/namenstafeln zu sehen und recherchieren sind.

Das frühere Barackenlager Fünfeichen war laut Stadtarchiv das erste Gefangenenlager der Wehrmacht im damaligen Mecklenburg und Pommern. Bis 1945 waren rund 120 000 Kriegsgefangene aus elf Nationen hier eingesperrt, die unter anderem Zwangsarbeit verrichten mussten. Die Recherchen sind noch nicht ganz abgeschlossen.

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