Angeklagter Hubert Z. wird erneut untersucht:

Neubrandenburger Auschwitz-Prozess geplatzt

Erneut ist der 95-jährige KZ-Sanitäter aus gesundheitlichen Gründen nicht vor dem Landgericht erschienen. Das hat Konsequenzen.

Das Verfahren gegen einen ehemaligen KZ-Sanitäter von Auschwitz vor dem Neubrandenburger Landgericht ist am Montag ausgesetzt worden. Aufgrund seines Bluthochdrucks war der angeklagte 95-Jährige erneut nicht vor Gericht erschienen. Darauf entschied der Vorsitzende Richter Klaus Kabisch, dass die Hauptverhandlung ausgesetzt wird. Er wies zudem an, dass der Angeklagte Hubert Z. zu einer gründlichen Untersuchung in ein Krankenhaus eingewiesen wird.

Bereits zum ersten Verhandlungstag war Hubert Z., der in Gnevkow, einem Dorf bei Altentreptow lebt, aus gesundheitlichen Gründen nicht vor Gericht erschienen. Die Anklage wirft ihm Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen während seiner Tätigkeit als KZ-Sanitäter in Auschwitz vor.

Ein neuer Verhandlungstermin steht noch nicht fest. Kabisch sicherte aber zu, "zeitnah" nach dem Ende der angeordneten Untersuchung weiterzuverhandeln.

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Kommentare (4)

Verhandlungsfähigkeit beschäftigt die Gerichte seit Monaten. 2015 hat die Schwurgerichtskammer eine Eröffnung des Verfahrens wegen seines angeblich schlechten Gesundheitszustandes abgelehnt. Doch das Oberlandesgericht ließ daraufhin ein neues Gutachten anfertigen und ordnete die Verhandlung an. Der Herr ist 95, wenn er sich auf gesundheitliche Gründe beruft kann er den Prozess ewig verzögern, selbst wenn er verurteilt wird, was bringt das denn dann? Ich würde mich daher freuen wenn Zeit, Geld und Energie zur Lösung aktueller Probleme aufgewendet werden würden. Wird er je ein Gefängnis von innen sehen? Ihn zu "läutern" und anschließend in die Gesellschaft zu reintegrieren ist bei dem Alter eh vergebens und eine Gefahr für die Gesellschaft stellt er auch nicht dar. Von daher würde ich tatsächlich sagen: Lasst es gut sein. Ich hab ja mehr den Eindruck, dass die Gerichte jetzt, wo es praktisch zu spät ist ihr schlechtes Gewissen beruhigen wollen. Befragt ihn von mir aus und nutzt ihn als Zeitzeugen, aber jetzt tausende Euros in einem Prozess verbrennen nur um sich dann als moralischer Sieger zu fühlen? Er wurde bereits am 10.03.1948 im Krakauer Bezirksgericht zu 4 Jahren Haft verurteilt , wegen seiner Tätigkeit im KZ-Auschwitz. http://translate.googleusercontent.com Man hat den Eindruck, dass die juristische Verfolgung von Nazi-Unrecht mit wachsendem Abstand zum 3. Reich immer schärfer wird - vielleicht auch zur späten Ehrenrettung der Justiz. Denn in der Nachkriegszeit war die Justiz bei der Verfolgung und Verurteilung von Naziverbrechen sehr zurückhaltend. Im übrigen wurden auch Richter und Staatsanwälte, die in der Nazizeit an Unrechtsurteilen beteiligt waren, nicht zur Verantwortung gezogen (uralter Film zu dem Thema "Rosen für den Staatsanwalt"). von klaus seegert

An diesem Prozess sieht man mal wieder von wen wir hier regiert werden. Wer unseren Deutschen Staat lenkt und leitet.

...ist es, wenn man nicht weiß, dass in Deutschland die Justiz nicht "regiert". Sie ist unabhängig von Regierung und Parlament - ein Richter kann weder angewiesen werden, irgendetwas zu urteilen, noch kann er vom "Staat" abgesetzt werden. Ein Strafprozess kommt dann zustande, wenn ein Staatsanwalt Anklage erhebt und das zuständige Gericht es zulässt. Und wenn einem danach das Urteil nicht passt, gibt es die Möglichkeiten der Berufung und der Revision vor anderen unabhängigen Gerichten. Das nennt sich Rechtsstaat und unterscheidet sich von der Vorgehensweise in Diktaturen, wie z.B. die NPD sie sich wünscht. Wo dann eine Partei, ein Führer oder dessen Verwandte entscheiden, was "Recht" ist.

Peinlich ist Ihre kindliche Wahrnehmung !