Baubranche von Energiewende enttäuscht:

Neue Verbündete im Kampf gegen noch mehr Windräder

Der Bauverband Mecklenburg-Vorpommern schlägt sich auf die Seite der Touristiker. Erhoffte Geschäfte sind nicht eingetreten. Trotzdem wird ein leichtes Wachstum erwartet.

Noch mehr Windräder sind schlecht fürs Geschäft, meinen die Baufirmen. Foto: Patrick pLeul
Patrick Pleul Noch mehr Windräder sind schlecht fürs Geschäft, meinen die Baufirmen. Foto: Patrick pLeul

Der Widerstand wird größer und größer: Jetzt weht den Befürwortern von neuen Windkraftanlagen im Land zusätzlicher Gegenwind aus der mächtigen Baubranche entgegen. „Wir wollen auch künftig noch Aufträge für Hotelneubauten erhalten“ sagte der Präsident des Bauverbandes MV, Carl Thümecke, am Freitag in Schwerin.

Der Verband schlägt sich damit auf die Seite der Tourismusbranche, die seit längerem vor neuen Windrädern warnt, weil diese möglicherweise Gäste abschrecken und die ursprüngliche Natur Mecklenburg-Vorpommerns beeinträchtigen würden. Ohne neue Hotels, aber auch Eigenheime, deren stolze neue Besitzer sich ebenfalls nicht die Aussicht verschandeln lassen wollen, fehlen den Bauunternehmen auch neue Aufträge.

Pläne sind vom Tisch

„Eigentlich hatten wir gehofft, mit der Energiewende Geschäfte machen zu können. Aber das ist leider nicht eingetreten“, konstatierte Thümecke. So seien mittlerweile Pläne ganz und gar vom Tisch, neben Autobahnen oder Eisenbahnschienensträngen so genannte Paralleltrassen zu bauen, in denen dann Überlandkabel untergebracht werden könnten. Aber das sei zu teuer. Und den Sockelbau für neue Windräder teilten sich wenige spezialisierte Baufirmen aus ganz Deutschland.

Insgesamt erwartet der Bauverband MV nach einem umsatzstarken Jahr 2014 erneut ein leichtes Wachstum. „Die Situation in den Kommunen sieht besser aus als im Vorjahr. Wir sind durchaus optimistischer“, sagte Thümecke. Dazu gehöre auch, dass der Winter vorbei sei und den Bau kaum beeinträchtigt habe. Sorge bereite allein der Rückgang der Auftragseingänge um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Bestand sei noch gut, allerdings müssten nun neue Aufträge hinzukommen. 2014 hatte die Bauwirtschaft im Land mit einem Umsatzplus von 20 Prozent im Vergleich zu 2013 abgeschlossen. Das Plus ging vor allem auf das Konto des Wohnungsbaus, der nach einem starken Einbruch um mehr als 40 Prozent zulegte. Der öffentliche Bau steigerte sich um 12,5 Prozent, der Wirtschaftsbau um 4,8 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten lag unverändert bei knapp 15 900.

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