Ein kurioser Job:

Neue Weihnachtsmänner braucht das Land

Auf dem Adventsmarkt, während der Betriebsfeier und auf dem Familienfest – überall verteilt der Weihnachtsmann Geschenke. Die Dienste der Männer im roten Kostüm scheinen beliebt. Aber die Nachfrage nach ihnen spricht eine andere Sprache.

Was wäre Weihnachten ohne den "roten Mann"?
Stefan Sauer Was wäre Weihnachten ohne den "roten Mann"?

Heiligabend ist er froh, wenn er seine Ruhe hat. Das heißt abends, wenn er seinen Job erledigt hat. Dieser bringt Bernd Päsler in der Adventszeit in viele Kinderstuben, in so manches Seniorenheim oder Krankenhauszimmer. Am 24. Dezember ist der Alleinstehende meist von 14 bis 21 Uhr unterwegs. Mit seinem Auftritt in rotem Kostüm, roter Mütze und weißem Rauschebart beglückt er Kinder und ganze Familien.

Seit 33 Jahren bringt Päsler mit seinen Auftritten weihnachtliche Wärme ins karge Betriebsbüro, sorgt für besinnliche Stimmung in Kinderzimmern und zaubert ein Lächeln in die Gesichter der Weihnachtsmarkt-Besucher. Seine Dienste als Weihnachtsmann sind nach wie vor beliebt. Dennoch scheint die Nachfrage an Weihnachtsmännern im Land gering zu sein. In Neubrandenburg seien in den vergangenen Jahren so wenig Weihnachtsmann-Gesuche eingegangen, dass die Agentur die Vermittlung eingestellt habe, sagt Sprecherin Nicole Krause. Ihrer Ansicht nach finde sich meist von selbst ein Weihnachtsmann in der Nachbarschaft, im Betrieb oder in der Familie.

Ein Anruf genügt und der Weihnachtsmann kommt

Aber was ist, wenn es keine Freiwilligen im Bekanntenkreis gibt? Dann lohne sich zumindest in Greifswald ein Anruf bei der Agentur für Arbeit, sagt Eckhardt Grothklaus vom Arbeitgeber-Service der Agentur. Im vergangenen Jahr haben sich 30 Familien an die Weihnachtsmann-Vermittlung der Agentur gewandt.

Für die Jobs standen immer vier bis sechs Freiwillige bereit. Meist waren es Studenten oder Senioren. In diesem Jahr sei die Nachfrage an Weihnachtsmännern aber noch sehr verhalten, informiert Grothklaus. Immerhin: Zwei Weihnachtsmänner haben sich dieses Jahr wieder angemeldet.

In der Uckermark hingegen ist das Interesse größer. Im vorherigen Jahr wünschten sich 146 Familien einen Besuch vom Weihnachtsmann. Die Agentur für Arbeit Eberswalde vermittelte 28 Weihnachtsmänner. Diesmal rechnen die Mitarbeiter dort mit einer ähnlich großen Nachfrage. Deshalb werden Freiwillige gesucht, die Lust auf einen Einsatz als Weihnachtsmann haben. Bestimmte Voraussetzungen müssen die Bewerber nicht erfüllen, sagt Arbeitsvermittler Eberhard Wieland.

Bewerber brauchen Kostüm und Auto

Ganz ohne Aufwand bleibt der Job allerdings nicht. Bewerber müssen sich selbst um ein Kostüm kümmern. Ein Auto wäre ebenfalls von Vorteil, da der Weihnachtsmann für einige Bescherungen weite Wege zurücklegen muss. Bernd Päsler nimmt solche Mühen gern auf sich. Für seine Einsätze bekommt er eine Aufwandsentschädigung von seinem Auftraggeber. Nach Angaben der Agenturen für Arbeit liege diese meist zwischen 25 und 35 Euro. Geld und Bezahlung sind für Bernd Päsler an Heiligabend nebensächlich. Viel wichtiger sei, dass der Weihnachtsmann seine Tätigkeit ernst nehme und den Kindern eine Freude mache. „Ich will keinen ausschließen und freue mich über jede Kleinigkeit“, sagt er.

Interessierte Familien und Freiwillige können sich bis zum 22. Dezember an Eckhardt Grothklaus, Arbeitgeber-Service in Greifswald melden 03834 517511. Bis zum 12. Dezember nimmt Eberhard Wieland von der Agentur für Arbeit Eberswalde Weihnachtsmann-Nachfragen und -Angebote entgegen, 03334 371115.