Probleme mit neuer Führung angehen:

Neuer Bauernpräsident holt Traumergebnis

Die Landwirte haben eine neue Verbandsspitze bestimmt und Detlef Kurreck aus der Nähe von Bad Doberan gewählt. Überschattet wurde der Bauerntag durch die aktuelle Krise in der Landwirtschaft. Aber auch der Verband steht vor Problemen.

Der neue Chef der Bauern: Detlef Kurreck.
Bernd Wüstneck Der neue Chef der Bauern: Detlef Kurreck.

„Viele Familien denken darüber nach, die Flinte ins Korn zu werfen“, warnt Landwirtin Heike Müller aus Gessin bei Malchin. Der familiäre Betrieb bewirtschaftet mit einem Partner 450 Hektar Fläche und hält 150 Kühe. „Wenn das so weiter geht, stehen viele Dörfer bald ohne Tierproduzenten da.“ Damit spielt sie auf die sinkenden Milchpreise an, die nach Auskunft ihrer Molkerei noch weiter in den Keller rutschen werden. Die Prognose laute 21 Cent je Liter. Benötigt werden aber in der Branche etwa 35 Cent, um wirtschaften zu können.

Das tiefe Tal von niedrigen Milch-, Schweine- oder Getreidepreisen freut Verbraucher, schüttelt die Landwirte aber heftig durch. Diese Marktkrise überschattet den Wahlbauerntag in Neubrandenburg, an dem Heike Müller teilnimmt und auf dem ein Nachfolger für den scheidenden Präsidenten Rainer Tietböhl (63) bestimmt werden soll. „Wir sind in den Betrieben nicht mehr in der Lage, Verluste in einem Bereich durch Gewinne in einem anderen aufzufangen“, warnt Tietböhl. Allein das Russlandembargo koste die Landwirte vier Cent je Liter Milch und acht Cent je Kilo Schweinefleisch. Die Sanktionen seien von der Politik beschlossen worden, jetzt müsse die Politik für die Verluste einen Ausgleich zahlen.

„Generationswechsel“ an der Spitze soll das Blatt wenden

„Uns geht es um so viel Entlastung für die Betriebe wie möglich“, kommentiert Detlef Kurreck (57) das Angebot aus Schwerin. Zuvor war der Chef der Körchower Land Agrargesellschaft bei Bad Doberan als einziger Kandidat mit einem Traumergebnis in das Präsidentenamt gewählt worden. Er bekam in geheimer Abstimmung das Ja aller 125 Delegierten. „Wir müssen jetzt erst mal das Kleingedruckte lesen“, bewertet er das Angebot aus Schwerin skeptisch.

Mit Skepsis schauen offenbar auch Landwirte auf ihren Verband, dessen Mitglieder derzeit rund 61 Prozent der Ackerfläche repräsentieren – Tendenz sinkend. Als Ursachen gelten eine Beitragserhöhung in diesem Jahr sowie Unzufriedenheit mit der Standesvertretung. Mit einem „Generationswechsel“ an der Spitze will Kurreck das Blatt wenden und stärker die Ideen der Mitglieder aufgreifen.

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