Für Junge Wähler:

Neues Portal will Internet-Debatten ohne Beleidigung führen

Über politische Themen daheim vor dem Rechner zu diskutieren, ohne auf viele Beleidigungen zu stoßen? Eine Aktion des Landtages versucht sich daran.

Datenpoker mit Pokémon? Die Themen sollen junge Leute ansprechen.
Andrea Dittmar Datenpoker mit Pokémon? Die Themen sollen junge Leute ansprechen.

Debattenkultur im Internet? Zuerst ist da der Gedanke an fiese Beleidigungen, die unter die Gürtellinie gehen und in denen meist wenig stichhaltig argumentiert wird. Wohlüberlegte Meinungen gehen auch in sozialen Netzwerken wie Facebook zwischen persönlichen Angriffen unter.

Kann das auch anders gehen? In Mecklenburg-Vorpommern ist im Juli die Internetseite nicht-egal.net gestartet, mit der vor allem junge Leute zwischen 16 und 24 Jahren angesprochen werden sollen. Es gibt dort vorgegebene Themen wie "Wählen mit 16" oder die Legalisierung von Cannabis. Ein Moderatorenteam sorgt dafür, dass die Beiträge eben nicht aus Beleidigungen und Hetze, sondern aus formulierten Argumenten besteht. Facebook-Nutzer können direkt kommentieren, auch Beiträge per Mail veröffentlichen die Moderatoren.

"[...] Wenn Cannabis nun legal wäre würden Menschen, die lediglich ein wenig Gras rauchen möchten nicht sofort zu härteren Drogen greifen. [...] Ausserdem hat jeder Mensch das recht auf Rausch, welches er meiner Meinung nach individuell gestalten darf sofern er in der Lage ist über seinen Konsum mit Vernunft nach zu denken." -Leo Peter

Hinter dem Projekt stehen der Landtag, der Beteiligungswerkstatt des Landesjugendrings und die Aktion "Wir-Erfolg braucht Zukunft". Vor allem politisch uninteressierte, junge Leute sollen so angesprochen werden, erklärt Gerhard Reichert, der sich im Landtag um demokratische Teilhabe kümmert. Die Themen wurden zusammen mit der Beteiligungswerkstatt nach einer Umfrage ausgesucht. Die beliebtesten Themen wurden zugespitzt formuliert und auf der Internetseite veröffentlicht.

Aktion geht vorerst bis Landtagswahl

"Bisher laufen die Themen sehr unterschiedlich", berichtet Reichert, der noch nicht sagen will, ob die Seite den versprochenen Erfolg bringt. Bisher war es auf der Seite üblich, ein Thema pro Woche zu diskutieren.

"Ich finde, dass die Idee [mit 16 zu wählen, Anm. d. Red.] an sich gut ist. Ab 16 darf man auch an den Kommunalwahlen teilnehmen. Ich denke aber auch, dass viele meines Alters noch nicht in der Lage sind zwei Kreuze zu machen. Es fehlt einfach das nötige Wissen zu den einzelnen Parteien. Mit 16 ist man meines Erachtens noch nicht alt genug, um so eine wichtige Entscheidung zu treffen." -Lena Becker

Bis zur Landtagswahl am 4. September ist die Aktion vorerst geplant. Danach sollen die Daten der Teilnehmer ausgewertet werden - wie alt sie waren, wie sie auf die Seite gekommen sind, wo sie wohnen.

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